Energiekrise Nord-Länder wollen eigene Strompreise

Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern fordern günstigere Strompreise. Dort, wo grüne Energie produziert werde, müsse sie auch den Menschen zugutekommen. Hauptadressat der Kritik: Bayern.
Windpark im niedersächsischen Salzgitter

Windpark im niedersächsischen Salzgitter

Foto: Julian Stratenschulte / picture alliance / dpa

Die norddeutschen Flächenländer sprechen sich für eine Aufteilung Deutschlands in unterschiedliche Preiszonen beim Strom  aus, um so für mehr Gerechtigkeit zu sorgen. »Wenn ich da lebe oder produziere, wo auch die Energie produziert oder angelandet wird, muss diese Energie dort auch günstiger sein«, sagte Niedersachsens Energieminister Olaf Lies (SPD) der »Welt am Sonntag«. Der Norden trage seit Jahren die Hauptlast der Energiewende.

Mecklenburg-Vorpommerns Energieminister Reinhard Meyer (SPD) sieht gar einen aufzulösenden Widerspruch: Es könne nicht sein, dass Länder, die einen hohen Anteil am Ausbau der erneuerbaren Energien schultern, die höchsten Strompreise verkraften müssten. Die Höhe der Stromnetzentgelte belaste »die Letztverbraucher und benachteiligt den norddeutschen Wirtschaftsstandort«.

Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Tobias Goldschmidt (Grüne) hält deshalb eine Aufteilung in Preiszonen für »die logische Konsequenz des energiepolitischen Irrweges« bayerischer Landesregierungen. Mehr als 15 Jahre lang hätten diese den Ausbau von Stromnetzen und Windkraft sabotiert. Es sei »den Menschen im Norden schlicht nicht mehr zu vermitteln, warum sie die Zeche dafür zahlen müssen«.

dpa/sbo
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