100 Euro für Geringverdiener Frankreich verspricht Ausgleichszahlung wegen hoher Energiepreise

Wer weniger als 2000 Euro zur Verfügung hat, soll vom französischen Staat einmalig 100 Euro bekommen, verkündete Premier Castex im Fernsehen. Die Zahlung sei »eine Inflationsentschädigung«.
Bei einem Fernsehauftritt kündigte Frankreichs Premier Castex eine Einmalzahlung für Geringverdiener an

Bei einem Fernsehauftritt kündigte Frankreichs Premier Castex eine Einmalzahlung für Geringverdiener an

Foto:

LUDOVIC MARIN / AFP

Angesichts der hohen Energiepreise will Frankreich allen Menschen mit geringem Einkommen einmalig 100 Euro auszahlen. Dieser »Inflationsentschädigung« sollen etwa 38 Millionen Menschen erhalten, wie Frankreichs Premierminister Jean Castex am Donnerstag im französischen Sender TF1 ankündigte . Das Geld solle automatisch überwiesen werden, etwa vom Arbeitgeber oder vom Arbeitsamt, sagte Castex. Die ersten Zahlungen sollen die Menschen Ende Dezember erhalten.

Die nötigen 3,8 Milliarden Euro sollten aus dem allgemeinen Staatshaushalt bezahlt werden. Castex zeigte sich zuversichtlich, dass Frankreich das angestrebte Defizit von fünf Prozent des Bruttoinlandsproduktes im kommenden Jahr dennoch erreichen werde.

Die Preise für Benzin und Diesel sind in den vergangenen Wochen auch in Frankreich in die Höhe geschossen. Zuletzt lagen sie sogar über den Preisen vom Herbst 2018, als die »Gelbwesten« ihre Demonstrationen wegen der hohen Spritkosten begannen und bald eine riesige landesweite Protestwelle über die Regierung und deren Reformpolitik hereinbrach.

Gaspreise nun bis Ende 2022 gedeckelt

Frankreich will außerdem die Gaspreise für Verbraucher im kommenden Jahr konstant halten. Der Preis werde »während des gesamten Jahres 2022« und nicht nur wie bisher geplant bis April 2022 gedeckelt, kündigte Castex an.

sol/dpa/afp
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.