Energiepreise Kartellamt prüft Preisgestaltung der Ölkonzerne

Die Marktmacht der Energieriesen einzudämmen, ist eine mühsame Angelegenheit. Das Bundeskartellamt dreht inzwischen jeden Stein um, um unerwünschten Preistreibereien auf die Spur zu kommen. In einer aktuellen Prüfung geht es um die Großhandelspreise der Ölkonzerne.


Bonn – Mit Hilfe einer breit angelegten Marktbefragung wollen die Bonner Wettbewerbshüter die Machtverhältnisse zwischen den großen Konzernen klären, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Anlass sei das laufende Verfahren, in dem das Kartellamt die von Shell angemeldete Übernahme der ostdeutschen Go-Tankstellen der Hanseatic Petrol Vertriebs GmbH (HPV) prüft.

Das Verfahren befinde sich in seiner zweiten Phase, zitierte die "FAZ" eine Kartellamtssprecherin. Mit einer Entscheidung sei bis Anfang März zu rechnen. Es liege auf der Hand, dass das Kartellamt dazu einen genaueren Einblick in die Marktverhältnisse benötige, sagte sie. Auf Einzelheiten der Marktuntersuchung wollte sie dem Blatt gegenüber nicht eingehen.

Unter Berufung auf eine ungenannte weitere Quelle berichtete die Zeitung weiter, es gehe dem Kartellamt in erster Linie um die Märkte für den Großhandel mit Mineralöl und damit letztlich um die Preisgestaltung bei der Belieferung von eigenen und fremden Tankstellen. Diese Preise betreffen zwar nicht direkt den Endverbraucher, sind aber letztlich entscheidend für die Preisbildung.

Über die Einleitung eines Kartellverfahrens ist allerdings noch keineswegs entschieden. Noch befinden sich die Prüfungen in einem Anfangsstadium. Zunächst sei die Frage zu klären, ob die zu untersuchenden Märkte bundesweit oder kleinräumiger abzugrenzen sind, schreibt die "FAZ". Auf dieser Grundlage könne dann festgestellt werden, ob ein oder mehrere Unternehmen auf den jeweiligen Teilmärkten eine beherrschende Stellung innehaben.

mik/AFP/dpa-AFX



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