Abfuhr für Nord-Länder Scholz lehnt Aufteilung des Strommarktes in Preiszonen ab

Mit Verweis auf ihren Ausbau erneuerbarer Energien wollen die norddeutschen Länder eigene, bessere Strompreise. Der Bundeskanzler blockt ein solches Ausscheren ab, zeigt aber Verständnis für Kritik an Bayern.
Hubschiff »Sea Challenger« mit Bauteilen auf dem Weg zum Offshore-Windpark »Arkona« vor Rügen

Hubschiff »Sea Challenger« mit Bauteilen auf dem Weg zum Offshore-Windpark »Arkona« vor Rügen

Foto: Stefan Sauer/ dpa

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat den Vorschlag von drei nördlichen Bundesländern für eine Aufteilung Deutschlands in unterschiedliche Strompreiszonen abgelehnt. »Dann wären einige Regionen in Deutschland schlechter gestellt als andere«, sagte Scholz der »Neuen Osnabrücker Zeitung« (NOZ) vom Mittwoch. »Das überzeugt mich nicht«.

Regierungsvertreter von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern hatten zuletzt eine Aufteilung des Strommarktes gefordert und auf den schleppenden Ausbau von Stromnetzen und alternativen Energien insbesondere in Bayern verwiesen. Es sei »den Menschen im Norden schlicht nicht mehr zu vermitteln, warum sie die Zeche dafür zahlen müssen«, sagte etwa Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Tobias Goldschmidt (Grüne).

Scholz gab den Nord-Bundesländern mit ihrer Kritik grundsätzlich recht. »Wir wären in einer günstigeren Situation, wenn der Bau von Stromleitungen in den Süden nicht durch erhebliche Widerstände aus dem Süden verzögert worden wäre«, sagte er der »NOZ«. Den Strom im Norden billiger zu machen und ihn im Süden zu verteuern sei aber dennoch nicht richtig.

Die Nord-Länder hatten gefordert, dass dort, wo grüne Energie produziert wird, dieser Vorteil auch den Menschen der jeweiligen Region zugutekommen müsse. Das, so die Vorstellung der norddeutschen Politiker, solle für mehr Gerechtigkeit sorgen. Der Norden trage seit Jahren die Hauptlast der Energiewende, hatte sich beispielsweise Niedersachsens Energieminister Olaf Lies (SPD) über den stockenden Ausbau von Windkraft in Bayern mokiert.

kig/afp
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