Verordnung zum Energiesparen Amtsstuben werden kälter – private Pools bleiben unbeheizt

Alle sollen Gas sparen, vorneweg öffentliche Gebäude: Nach einem Kabinettsbeschluss werden sie diesen Winter nur auf 19 Grad geheizt. Es gibt auch neue Regeln für Privatleute.
Verordnung beschlossen: In öffentlichen Gebäuden sollen im Winter nur 19 Grad Celsius sein

Verordnung beschlossen: In öffentlichen Gebäuden sollen im Winter nur 19 Grad Celsius sein

Foto: Arno Burgi/ dpa

Um Energie zu sparen, sollen öffentliche Gebäude ab September in der Regel nur noch bis maximal 19 Grad Celsius beheizt werden. Eine entsprechende Verordnung hat das Bundeskabinett beschlossen.

Bisher lag die empfohlene Mindesttemperatur für Büros bei 20 Grad. Durchgangsbereiche wie Flure, Foyers oder Technikräume sollen normalerweise nicht mehr geheizt werden. Diese und eine Reihe anderer Vorgaben sollen ein halbes Jahr lang gelten.

Außerdem ist vorgesehen, dass die Beleuchtung von Gebäuden und Denkmälern aus rein ästhetischen oder repräsentativen Gründen ausbleibt. Auch beleuchtete Werbeanlagen werden abgeschaltet.

Auf Privatleute kommen ebenfalls Einschränkungen zu: Sie dürfen ihre Pools nicht mehr mit Gas und Strom heizen. Regelungen in Mietverträgen über eine bestimmte Mindesttemperatur werden vorübergehend ausgesetzt. Spätestens zum Beginn der Heizsaison müssen Gasversorger und Besitzer größerer Wohngebäude Kunden beziehungsweise Mieter über den zu erwartenden Energieverbrauch, damit verbundene Kosten und Einsparmöglichkeiten informieren.

Prüfungen für Gasheizungen noch nicht beschlossen

»Die Bundesregierung verfolgt konsequent ihre Politik, um von russischen Energielieferungen unabhängig zu werden«, sagte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). Es komme ganz wesentlich darauf an, deutlich mehr Gas einzusparen – in der öffentlichen Verwaltung, in Unternehmen und in möglichst vielen Privathaushalten. »Wir stehen vor einer nationalen Kraftanstrengung, und es braucht ein starkes Zusammenspiel von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft, von Bund, Ländern, Kommunen, Sozialpartnern, Gewerkschaften, Handwerk und Verbänden sowie der Zivilgesellschaft. Jeder Beitrag zählt«, betonte er.

Eine weitere Verordnung, die das Kabinett am Mittwoch ebenfalls beschloss, braucht noch die Zustimmung des Bundesrats und soll ab Oktober für zwei Jahre gelten. Sie sieht unter anderem verpflichtende jährliche Heizungsprüfungen für Gebäude mit Gasheizungen vor.

mamk/dpa
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