Energiesparen Hauseigentümer dämpfen Hoffnung auf schnelle Maßnahmen

Jeder nicht verbrauchte Kubikmeter Gas reduziert die Abhängigkeit von Kremlherrscher Putin. Doch so schnell, wie mancher das gern hätte, werden die Häuser wohl nicht sparsamer.
Mietwohnungen in Berlin: Nicht immer die Zustimmung der Mieter

Mietwohnungen in Berlin: Nicht immer die Zustimmung der Mieter

Foto: Schöning / IMAGO

Geplante Maßnahmen zum Energiesparen können aus Sicht des Eigentümerverbands Haus & Grund nicht schnell umgesetzt werden. »Zum einen müssen Eigentümer wie Vermieter heute schon lange auf einen Handwerker warten. Dazu schlägt auch der Materialmangel aufgrund der immer noch schleppend laufenden Lieferketten in diesem Bereich durch«, sagte Präsident Kai Warnecke in Berlin. Viele der von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck vorgeschlagenen Maßnahmen seien sehr sinnvoll. Ob sie aber angesichts der Probleme schnell umzusetzen seien, erscheine fraglich.

In der Vergangenheit habe sich gezeigt, dass Energiesparmaßnahmen, wie etwa die Nachtabsenkung, nicht immer die Zustimmung der Mieter gefunden hätten, so Warnecke. Der Verband erwarte, dass der Minister noch mehr um Zustimmung werbe und die Vermieter unterstütze.

Der Aufruf des Deutschen Mieterbunds geht in die gleiche Richtung. Energiesparen sei Gebot der Stunde, heißt es dort. »Mieterinnen und Mieter sollten motiviert aber nicht verpflichtet werden, die Mindesttemperatur in ihren Wohnungen zu unterschreiten«, erklärte der Verband. »Sowohl die Folgen für die Mieter als auch die Auswirkungen auf den Zustand des Gebäudes bleiben dabei unabwägbar.«

Die Aufgabe, Energie zu sparen, betreffe alle: Eigentümer, Mieter und Industrie. Dabei dürfe aber nicht vergessen werden, dass zu kalte Wohnungen oder einfrierende Leitungen im Winter zu erheblichen Schäden am Haus und an der Gesundheit der Bewohner führen können. »Berücksichtigen muss man daher in jedem Fall auch die haftungsrechtlichen Fragen für etwaige Schäden an den Gebäuden und an der Gesundheit ihrer Bewohner durch zu kalte Wohnungen im Winter.«

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hatte ein neues Paket zum Energiesparen angekündigt. Angesichts unsicherer russischer Lieferungen soll so die Vorsorge für den Winter verstärkt werden. Bei den Maßnahmen geht es auch um weitere Einsparungen von Gas in Wohnungen.

So gibt es derzeit nach Angaben des Ministeriums vertragliche Verpflichtungen, eine Mindesttemperatur in gemieteten Räumen aufrechtzuerhalten. Wenn Mieterinnen und Mieter weniger heizen wollen, verstoßen sie gegen Mietverträge. Diese Verpflichtungen sollen vorübergehend ausgesetzt werden, damit Mieterinnen und Mieter, die die Heizung herunterdrehen wollen, dies auch tun dürfen. Zudem sollen Eigentümer von Gasheizungen einen Heizungscheck machen müssen.

mik/dpa
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