Nach Einstellung der Lieferung Ungarn zahlt Rechnung für Nutzung der Druschba-Pipeline

Der Öltransport durch die Druschba-Pipeline ist vorerst gesichert. Der ungarische Mineralölkonzern MOL hat nach eigenen Angaben die ausstehenden Zahlungen geleistet. Der Ölpreis reagiert umgehend.
Druschba-Empfangsstation südlich von Budapest: Zahlungsprobleme

Druschba-Empfangsstation südlich von Budapest: Zahlungsprobleme

Foto: Zsolt Szigetvary/ EPA/ DPA

Der ungarische Mineralölkonzern MOL hat die Zahlung von Transitgebühren zur Wiederaufnahme der russischen Öllieferungen durch den Südstrang der Ölpipeline Druschba gemeldet. Die für die Nutzung der Pipeline durch die Ukraine fällige Gebühr sei entrichtet worden, teilte das Unternehmen am Mittwoch in einer Stellungnahme mit, die per E-Mail verschickt wurde. Der Konzern sprach außerdem von Verhandlungen, die mit Vertretern Russlands und der Ukraine geführt worden seien.

Zuvor war der Transit von russischem Öl über die Druschba-Pipeline nach Ungarn nach russischen Angaben eingestellt worden. Der russische Pipeline-Monopolist Transneft machte laut Angaben vom Dienstag die Ukraine für den Lieferstopp verantwortlich: »Tatsächlich hat (das ukrainische Unternehmen) Ukrtransnafta das Durchpumpen von Öl nach Ungarn, Tschechien und in die Slowakei über den Südstrang der Pipeline Druschba am 4. August um 6.10 Uhr morgens vollständig gestoppt.«

Der Sprecher der slowakischen Raffinerie Slovnaft, Anton Molnar, teilte am Mittwoch mit, sowohl die Ukraine als auch Russland hätten nun einem Kompromissvorschlag zugestimmt. Demnach würden die ungarische Raffineriefirma MOL und ihre slowakische Tochter Slovnaft vorerst die Transitgebühren an die Ukraine bezahlen. Slovnaft habe eine erste Zahlung bereits überwiesen, erklärte Molnar.

Ölpreis sinkt

Nach Angaben von Transneft-Sprecher Igor Djomin vom Dienstag hing die Beendigung des Transits mit Zahlungsproblemen zusammen: Die Ukraine habe demnach für die Durchleitung russischen Öls Vorkasse gefordert, doch von Transneft getätigte Zahlungen seien wegen neuer europäischer Sanktionen zurückgewiesen worden. Über die Nordroute der Druschba, die durch Belarus und Polen bis nach Deutschland führt, werde hingegen weiter geliefert.

Nach den Meldungen über einen Neustart der Lieferungen ist der Ölpreis am Mittwoch gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober kostete zuletzt 95,11 US-Dollar. Das waren 1,20 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur September-Lieferung fiel um 1,26 Dollar auf 89,24 Dollar.

Update: Gegen 16 Uhr hat die slowakische Seite bestätigt, dass wieder Öl durch die Pipeline fließt und bereits slowkisches Gebiet erreicht hat.

mik/dpa-AFX
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