Energiewende Experten wollen Ökostrom-Umlage abschaffen

Um die Energiewende voranzubringen, soll die EEG-Abgabe auf null gesenkt werden, im Gegenzug aber die Stromsteuer steigen.
Strommast im Morgenrot: Energiewende voranbringen

Strommast im Morgenrot: Energiewende voranbringen

Foto: Federico Gambarini/ dpa

Mehrere Experten schlagen vor, die Ökostrom-Umlage faktisch abzuschaffen, um der Energiewende in Deutschland neuen Schub zu verleihen. Derzeit wirke die Umlage, die Verbraucher über die Stromrechnung zahlen, wie eine Innovationsbremse, sagte der Chef der Deutschen Energie-Agentur, Andreas Kuhlmann, am Dienstag. Zur teilweisen Gegenfinanzierung schlägt er gemeinsam mit dem Finanzwissenschaftlichen Forschungsinstitut der Universität Köln und der Stiftung Umweltenergierecht vor, die Stromsteuer von 2,05 Cent pro Kilowattstunde zunächst bis 2030 zu verdoppeln.

Derzeit liegt die sogenannte EEG-Umlage bei 6,76 Cent pro Kilowattstunde. Im kommenden Jahr will die Große Koalition sie über einen Zuschuss aus dem Bundeshaushalt auf 6,5 Cent senken, um die Verbraucher zu entlasten. Ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Stromverbrauch von 4000 kWh im Jahr würde dann noch 260 Euro EEG-Umlage zahlen. Eine Absenkung auf null und eine Verdoppelung der Stromsteuer würde eine weitere Entlastung um 4,5 Cent pro Kilowattstunde bedeuten. Damit sei ein Vier-Personen-Haushalt um weitere 180 Euro jährlich entlastet, rechneten die Experten vor. Ob Strom um genau diesen Betrag günstiger würde, ist jedoch nicht absehbar, da sich der Strompreis aus mehreren Bestandteilen zusammensetzt. 

Über die Ökostrom-Umlage erhalten etwa die Betreiber von Wind- und Solaranlagen eine Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Diese solle es nach Willen der Experten auch weiter geben - nur eben anders finanziert: aus Steuermitteln und den Einnahmen aus dem neuen CO2-Preis auf Sprit, Heizöl und Erdgas, der ab 2021 kommt. 

sbo/dpa