Studie zur globalen Energiewende CO₂-Ausstoß der Kraftwerke könnte dauerhaft sinken

Die Coronakrise hat auch positive Effekte: Weltweit ist der Treibhausgasausstoß von Kraftwerken dramatisch gefallen. Laut einer Studie wird er nie wieder so hoch sein wie 2019.
Kohlekraftwerk Mehrum in Niedersachsen (2015)

Kohlekraftwerk Mehrum in Niedersachsen (2015)

Foto: Julian Stratenschulte / DPA

Der weltweite Treibhausgasausstoß des Energiesektors hat einer Studie zufolge wohl seinen Höhepunkt überschritten. Wegen der Coronakrise würden die globalen Kraftwerks-Emissionen dieses Jahr um etwa zehn Prozent niedriger ausfallen als 2019, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung von "Bloomberg Energy Finance".

Selbst wenn der Ausstoß mit der erhofften wirtschaftlichen Erholung in den nächsten Jahren wieder steige, werde er das Niveau von 2019 nicht mehr erreichen, sagen die Bloomberg-Experten voraus. Grund sei, dass Strom aus Wind oder Sonne immer günstiger werde, die Investitionen in derlei Technologien stiegen - und im Gegenzug vor allem Kohlekraftwerke relativ an Bedeutung verlören.

Dieser Trend hat sich in Europa und Deutschland bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet. Auch in den USA hat es trotz der Versprechen von US-Präsident Donald Trump keine Renaissance der Kohle gegeben; die Zahl der Kraftwerke hat sogar weiter abgenommen. In China und Indien wird laut Studie der CO2-Ausstoß von Kohlekraftwerken bis 2030 seinen Höhepunkt erreichen.

Erdgas hingegen werde demnach als einzige fossile Energiequelle noch bis 2050 an Bedeutung gewinnen, sagen die Autoren voraus. Erdgaskraftwerke stoßen allerdings pro erzeugter Kilowattstunde Strom nur ungefähr die Hälfte der Treibhausgasmenge von Kohlemeilern aus.

clh/Reuters