Energiewende Windkraft liegt erstmals vor Wasserstrom

Die Subventionspolitik der rot-grünen Regierung zeigt Wirkung: Fast ein Zehntel des deutschen Stromverbrauchs ist im vergangenen Jahr aus alternativen Energien gedeckt worden. Erstmals produzierten Windräder mehr Energie als Wasserkraftwerke.


Berlin - Insgesamt stammten 55,9 Terawattstunden aus so genannten regenerativen Quellen. Das berichtete der Bundesverband Erneuerbare Energien in Berlin. Die Quote stieg von 7,9 Prozent 2003 auf 9,3 Prozent. Bezogen auf den gesamten Energieverbrauch ist der Anteil der erneuerbaren Energien von 3,1 auf 3,6 Prozent gestiegen.

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DPA

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Aus Windkraftanlagen stammten dabei 44 Prozent, aus Wasserkraftwerken 38 Prozent des regenerativen Stroms. Ebenfalls zum ersten Mal setzte sich Deutschland beim Zubau der installierten Photovoltaik-Leistung an die Weltspitze: Sie hängte mit 300 Megawatt Japan (280 MW) ab. Insgesamt sind jetzt 700 MW in Deutschland installiert.

Auch bei der Wärmeversorgung konnten die erneuerbaren Energien ihren Anteil leicht auf 4,2 Prozent steigern. Biomasse, Solar- und Geothermie erzeugten mit 62,1 Terawattstunden rund 1,3 TWh mehr als 2003. Die Biokraftstoffe überschritten 2004 erstmals die Grenze von einer Million Tonnen (10,9 TWh).

130.000 Menschen in der Branche beschäftigt

Den Angaben zufolge sparten die erneuerbaren Energien bei Kraftstoffverbrauch, Strom- und Wärmeerzeugung rund 70 Millionen Tonnen CO2, zehn Millionen Tonnen mehr als 2003. Dank der Nutzung von Wind- und Wasserkraft verringerte sich der CO2-Ausstoß um je etwa 21,5 Millionen Tonnen, die Biomasse um 5,7 Millionen Tonnen.

Um dieses Wachstum zu erreichen, wurden 2004 rund 6,5 Milliarden Euro in erneuerbare Energien investiert. Über 130.000 Menschen sind in der Branche beschäftigt. Der Präsident des Bundesverbandes, Johannes Lackmann, erinnerte an die Vorgabe des Europäischen Parlaments, wonach 2020 ein Fünftel des Gesamtverbrauchs aus erneuerbaren Energien gedeckt werden soll: "Wollen wir dieses Ziel erreichen, braucht die Branche noch mehr Engagement und Überzeugungskraft der Politik in allen Mitgliedstaaten."

Sein Kollege Peter Ahmels vom Bundesverband Windenergie prognostizierte, dass 2020 die Windkraft in Deutschland 20 Prozent des Stromverbrauchs decken "und dabei noch günstiger sein wird als Strom aus konventionellen Energieträgern". Bisher freilich ist der Boom vor allem durch die Förderpolitik der rot-grünen Regierung zu erklären.



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