Entlassungen 13.000 Mitarbeiter bei Philips und Ericsson betroffen

In Europa rollt die Entlassungswelle in der Technologiebranche unaufhörlich weiter. Allein Philips und Ericsson haben den Abbau von rund 13.000 Arbeitsplätzen angekündigt.


Frankfurt am Main/Amsterdam - Der schwedische Telekomkonzern Ericsson wird voraussichtlich 6000 Stellen streichen. Der Abbau der Arbeitsplätze werde am Freitag bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das erste Quartal bekannt gegeben werden, erklärte eine Unternehmenssprecherin. Damit reiht sich Ericsson nach Motorola, Siemens und Marconi in die jüngste Entlassungswelle der Branche ein.

Da die Schweden bereits früher Entlassungen angekündigt hätten, könnte die Mitarbeiterzahl im laufenden Jahr um insgesamt 15.000 auf 90.000 sinken. Betroffen werden der Ericsson-Sprecherin zufolge vor allem die Bereiche Marketing und Verwaltung sein. In Deutschland würden allerdings keine Arbeitsplätze abgebaut.

Ericsson habe bereits angekündigt jährlich umgerechnet 34,64 Milliarden Euro einsparen zu wollen. Nach Einschätzung von Analysten müssten dafür gut 10.000 Jobs gestrichen werden.

Auch Philips Electronics hat Massenentlassungen angekündigt. Rund 7000 der 219.400 Philips-Beschäftigten verlieren ihren Job. Der niederländische Elektronik-Konzern hat in den ersten drei Monaten dieses Jahres deutliche Einbußen verzeichnet und rechnet auf Grund der Schwäche in der Telekommunikations- und PC-Industrie nicht mit einer Besserung. Wie Philips am Dienstag in Amsterdam mitteilte, werde weiter mit einem niedrigen Wachstum sowie erheblichen Preisdruck gerechnet. Für das laufende zweite Quartal erwartet Philips sogar ein negatives Ergebnis.

Der Nettogewinn von Philips brach im ersten Quartal 2001 gegenüber dem Vorjahr von 1,14 Milliarden Euro auf 106 Millionen Euro ein. Der Umsatz sank leicht von 8,3 auf 8,2 Milliarden Euro. Analysten waren von einem Gewinn von 224 bis 330 Millionen Euro ausgegangen.



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