Entsendegesetz Sieben Branchen für den Mindestlohn

Weniger als erwartet, aber mehr als befürchtet: Sieben Branchen haben bei Arbeitsminister Scholz bis zum ersten Stichtag einen Antrag auf Mindestlohn gestellt. SPIEGEL ONLINE stellt die Branchen vor - unter denen auch Minigruppen wie die Bergbauspezialarbeiter sind.

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Berlin - Olaf Scholz war immer überzeugt: "Der Mindestlohn kommt", diesen Satz hat der Arbeitsminister stets wiederholt, und gleich noch selbstbewusst hinzugefügt: "Für alle." Doch inzwischen droht der vermeintliche Wahlkampfschlager der Sozialdemokraten zum Rohrkrepierer zu werden.

Welche Branchen Mindestlöhne wollen

Branche Beschäftigte
Zeitarbeit rund 630.000
Pflegedienste rund 565.000
Bewachungsgewerbe rund 170.000
Großwäschereien rund 30.000
Weiterbildung rund 23.000
Forstdienste rund 10.000
Bergbauspezialarbeiten rund 2500

Nur sieben Branchen mit insgesamt 1,43 Millionen Beschäftigten bemühen sich bisher beim Bundesarbeitsministerium um eine Aufnahme ins Entsendegesetz, darunter allerdings auch Kleinstbranchen wie etwa die der Bergbauspezialarbeiter mit nur 2500 Beschäftigten.

Die erste Bewerbungsfrist läuft heute aus. Auch wenn nun mehr Branchen als zuletzt spekuliert die Lohnuntergrenze wollen und Minister Scholz von einem "gigantischen politischen Erfolg" schwärmt - die Resonanz muss die Genossen enttäuschen: Mit mindestens zehn Branchen und mehr als vier Millionen betroffenen Beschäftigten hatte die SPD gerechnet.

Als Voraussetzung für die Aufnahme ins Entsendegesetz gilt: Mindestens 50 Prozent der Beschäftigten einer Branche müssen tarifgebunden sein, damit der Mindestlohn für allgemein verbindlich erklärt werden kann.

SPIEGEL ONLINE stellt die bisherigen Interessenten vor:



insgesamt 5131 Beiträge
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Nachtschwester Ingeborg 07.03.2008
1.
Zitat von sysopEin Gericht hat den Mindestlohn im Briefsektor für unrechtmäßig erklärt. Ist das Gesetz nur schlecht gemacht, aber sinnvoll - oder reiner Aktionismus, der jetzt ganz gestoppt gehört?
..und ewig grüßt das Murmeltier...also "Mindestlohn" auf ein Neues.
wkawollek 07.03.2008
2.
Was sagt uns das Thema Mindestlohn? Trotz GDL-Getöse und Bsirske-Aktionismus ein Beweis für die eklatante Schwäche der Gewerkschaften. Der Ruf nach dem Gesetgeber ist entlarvend, sie können es nicht mehr - die Arbeitnehmervertreter. Das ist das eigentliche Problem.
Berta, 07.03.2008
3.
Ich zahle auch 2 Euro für einen Brief,wenn die Arbeiter davon was abkriegen. Aber leider stopfen sich andere die Taschen voll.
Callimero 07.03.2008
4.
Das Lohndumping und die Abwärtsspirale muss gestoppt werden und das geht nunmal nur über gesetzlich gesicherte Mindestlöhne in möglichst vielen Bereichen ohne Ausnahmen/Schlupflöcher. Und diese sollten über Hartz IV liegen, damit Leistung auch bezahlt wird. D kann und sollte nicht mit den Löhnen aus China oder osteuropäischen Landern konkurrieren. Ein Geschäftsmodell das nur funktioniert, wenn man den Angestellten einen Hungerlohn zahlt, der vom Staat und damit uns allen bezuschußt werden muss, damit die Angestellten überhaupt überleben können, kommt einer direkten Subvention solcher Verbrecherbetriebe gleich. Auf solche "Arbeitsplätze" kann man verzichten, da sie u.a. zusätzlich einen unheimlichen Druck auf Betriebe ausüben, die ihren Mitarbeitern auch angemessene Löhne bezahlen (wollen) und am Ende nicht mehr können. Solche "Geschäftsmodelle" schädigen den Standort Deutschland somit gleich doppelt und dreifach.
elfnullzwei 07.03.2008
5. wahnsinn
das kostet einige tausend vollbezahlte jobs bei der deutschen post ag. und der steuerzahler ist der dumme weil er das ganze mitfinanziert. bravo deutschland
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