Entspannung Öl wird wieder billiger

Die Machtübergabe im Irak und das Ende des Streiks norwegischer Ölarbeiter sorgen für Bewegung an den Ölmärkten: In den USA ging der Preis für ein Barrel auf unter 36 Dollar zurück – und lag damit 15 Prozent unter dem Höchststand vom 1. Juni.


Ölförderung: "Auf ernsthafte Zwischenfälle sind wir nicht vorbereitet"
AP

Ölförderung: "Auf ernsthafte Zwischenfälle sind wir nicht vorbereitet"

London/New York/Hamburg - Der US-Preis für Rohöl sank um 29 Cent auf 35,95 Dollar je Barrel (159 Liter). Am Tag zuvor war der New Yorker Ölpreis sogar massiv um 3,5 Prozent auf 36,24 Dollar je Barrel abgesackt. Das war der niedrigste Preis seit zwei Monaten.

"Damit sind die Chancen gestiegen, dass der Ölpreis bald wieder zu dem Niveau von 30 Dollar je Barrel zurückkehrt", sagte Klaus Matthies vom Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA). "Öl ist nach wie vor nicht knapp und die Lage entspannt sich, weil es gegenwärtig nur gute Nachrichten gibt." Setze sich diese Tendenz fort, könnten auch die Verbraucher mit fallenden Preisen rechnen.

Zum 1. Juli stockt die Opec ihre Förderobergrenze um zwei Millionen Barrel pro Tag auf. Anfang August steht eine weitere Opec-Produktionserhöhung von einer halben Million Barrel pro Tag an. Außerdem wird erwartet, dass die starke Ölnachfrage Chinas wegen der Versuche des Landes, das Wirtschaftswachstum zu bremsen, etwas nachlassen könnte.

Ob die Märkte für dieses Jahr ihren Preisgipfel hinter sich gelassen haben, sei jedoch keineswegs sicher, so Matthies. "Das kann sich schlagartig ändern, wenn wieder schlechte News aus dem Irak oder Saudi-Arabien kommen."

Der Ölexperte Bruce Evers von der Investmentbank Investec gab sich ebenfalls zurückhaltend. "Wenn ein kalter Winter kommt, geraten wir wirklich unter Druck", sagte er. Jeder weitere Kapazitätsverlust im Irak würde den Ölpreis erneut in die Höhe treiben, meinte auch Paul Horsnell, Abteilungsleiter für Energieforschung bei der Bank Barclays. "Auf ernsthafte Zwischenfälle sind wir nicht vorbereitet."



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