Isar 2 E.on auf Weiterbetrieb von AKW nicht vorbereitet

E.on hat nach eigenem Bekunden keine Pläne für einen Weiterbetrieb des Atomkraftwerks Isar 2 in der Schublade. Käme dieser Wunsch aus der Politik, würde man sich nicht grundsätzlich sperren.
Isar 2 an der Isar: Planmäßig soll das Kraftwerk zum Jahresende stillgelegt werden

Isar 2 an der Isar: Planmäßig soll das Kraftwerk zum Jahresende stillgelegt werden

Foto: Ayhan Uyanik / REUTERS

Der Energiekonzern E.on hat sich zurückhaltend zur Frage eines Weiterbetriebs seines Atomkraftwerks Isar 2 in Niederbayern geäußert, gleichzeitig aber Gesprächsbereitschaft signalisiert. Die Bundesregierung habe sich zu Beginn des Ukrainekrieges klar gegen eine Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken in Deutschland ausgesprochen, sagte E.on-Finanzvorstand Mark Spieker am Mittwoch in Essen. »Damit hat sie eine politische Abwägungsentscheidung getroffen, auf diese Option nicht zurückgreifen zu wollen. Diese Entscheidung respektieren wir.«

»Keine Rechnungen« für einen Weiterbetrieb gemacht

Seit Jahren bereite E.on sich technisch und organisatorisch auf die Stilllegung und den Rückbau der Kernkraftwerke vor. »Sollte die Bundesregierung im Rahmen des laufenden Stresstests zu einer Neubewertung der Lage kommen, dann sind wir zu Gesprächen bereit«, sagte Spieker weiter.

Der E.on-Vorstandsvorsitzende Leonhard Birnbaum betonte, dass die Planung den Stillstand vorsehe. »Wir haben keine Planung für einen Weiterbetrieb in welcher Art auch immer. Wir kennen auch die Randbedingungen eines solchen Weiterbetriebes nicht. Explizit: Wir haben dazu keine Zahlen, wir haben auch keine Rechnungen gemacht.«

Mit Isar betreibt E.on eines der drei noch laufenden Kernkraftwerke in Deutschland. Im ersten Halbjahr trug der Bereich Atomkraft mit 390 Millionen Euro zu 9,6 Prozent zum Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bei. Im Vorjahreshalbjahr, als E.on noch zwei weitere Atomkraftwerke betrieb, waren es laut Spieker noch rund 600 Millionen Euro mehr.

Preise werden weiter steigen

E.on rechnet mit weiter steigenden Strom- und Gaspreisen für Endkunden. Preisdruck herrsche in allen Märkten, sagte Spieker. »Das Einzige, was sich unterscheidet, ist, wie schnell werden diese Preissteigerungen dann umgesetzt.« Dass sie am Ende dann kommen müssten, stehe außer Frage.

E.on ist Deutschlands größter Energieversorger. E.on beliefert in Deutschland rund 14 Millionen Privat- und Geschäftskunden. Darunter sind rund 1,5 Millionen Gaskunden. Neben dem Energievertrieb ist der Betrieb von Verteilnetzen die andere große Säule im Kerngeschäft des Essener Dax-Konzerns.

E.on hatte im März angekündigt, die Preise anzuheben und dies mit stark gestiegenen Großhandelspreisen für Energie begründet. »In Deutschland wurde der Großteil dieser Preiserhöhungen bereits durchgeführt oder angekündigt«, sagte Spieker. E.on-Vorstandschef Leonhard Birnbaum nannte als Beispiel für einen Preisanstieg bei Erdgas für Nordrhein-Westfalen eine durchschnittliche Anhebung um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Wann es eine nächste Erhöhung gebe, sei Spekulation. Dies hänge etwa von der Preisentwicklung im Großhandel, von der Nachfrage und von der Höhe der von der Bundesregierung geplanten Gasumlage ab. Bei Strom habe der Preisanstieg für E.on-Kunden in Nordrhein-Westfalen bei 17 Prozent gelegen, was jedoch durch den Wegfall der EEG-Umlage zum 1. Juli kompensiert worden sei.

mamk/dpa-AFX
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