Erdgas Holländer beteiligen sich an Ostsee-Pipeline

Das deutsch-russische Projekt der Ostsee-Pipeline wird europäisch: Neben Gasprom, E.on und BASF steigt jetzt auch der niederländische Versorger Gasunie in das Betreiberkonsortium ein. Der Baubeginn könnte sich allerdings verzögern.


Moskau - Gasunie und Gasprom haben heute eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Anlass war ein Treffen des niederländischen Ministerpräsidenten Jan Peter Balkenende mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Russische Pipeline in Sibirien: Investitionen von rund fünf Milliarden Euro
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Gasprom hält demnach weiterhin 51 Prozent der Anteile an dem Projekt mit dem Namen "Nord Stream". Die beiden deutschen Unternehmen E.on und BASF reduzieren ihre Anteile hingegen um je 4,5 Prozentpunkte auf jeweils 20 Prozent. Die Holländer bekommen die frei werdenden Anteile von neun Prozent. Die Kooperation war schon vor einem Jahr angekündigt worden.

Den Aufsichtsrat des Betreiberkonsortiums leitet Alt-Kanzler Gerhard Schröder. Über die Pipeline soll ab 2010 Gas von Russland nach Deutschland fließen. Das Investitionsvolumen wird mit rund fünf Milliarden Euro angegeben.

Neben Deutschland soll die Ostsee-Pipeline später auch andere Teile Westeuropas mit Gas beliefern. So wollen die Niederlande in Zukunft russisches Gas weiter nach Großbritannien pumpen. Neben Gasunie hatten unter anderem auch Gaz de France sowie die britischen Centrica und BP Interesse an einem Einstieg in das Projekt "Nord Stream" bekundet.

Die russische Nachrichtenagentur Interfax zitierte allerdings den Technischen Direktor von "Nord Stream" mit den Worten, das Projekt werde nicht wie geplant starten können. Grund sei, dass es Verzögerungen bei notwendigen Genehmigungen der beteiligten Länder gebe. Die Ostsee-Pipeline stößt auf Widerstand mehrerer Anrainerstaaten. Im Baltikum und Polen sieht man die eigene Energiesicherheit durch das Vorhaben gefährdet.

wal/Reuters/dpa

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insgesamt 29 Beiträge
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Seite 1
Opti_Mist, 02.07.2007
1. Sicherer ?
Zitat von sysopDie Ostsee-Gaspipeline soll Deutschland ab 2010 direkt mit russischem Erdgas beliefern, ohne den Umweg über Transitländer. Wird unsere Energieversorgung dadurch sicherer - oder bindet sich die Bundesrepublik zu sehr an Russland?
Wer garantiert, daß uns die Zwillinge nicht nach jeder satirische Darstellung in der TAZ das Gas abdrehen ?
Frank Wagner, 02.07.2007
2.
Natürlich wird sie sicherer. Immerhin können uns so übelwollende östliche Nachbar dann nicht mehr so einfach den Gashahn abdrehen. Und das wir uns von Rußland abhängig machen..nun ja, die haben nun mal die Gasfelder.
Klo, 02.07.2007
3.
Zitat von sysopDie Ostsee-Gaspipeline soll Deutschland ab 2010 direkt mit russischem Erdgas beliefern, ohne den Umweg über Transitländer. Wird unsere Energieversorgung dadurch sicherer - oder bindet sich die Bundesrepublik zu sehr an Russland?
Ich vermute nicht, dass es um Sicherheit geht, sondern um Geld. Wer vermutet, die Pipeline wird aus irgendwelchen Wohlfahrts-Erwägungen gebaut, etwa damit es im Winter warm bleibt in den Kinderzimmern, der dürfte reichlich blauäugig sein. Geld wird damit zu machen sein, nichts anderes. Die "Versorgungssicherheit", was immer das heißen mag, wird sich dadurch nicht ändern, weder zum "besseren", noch zum "schlechteren". Gut dran ist immer derjenige, der kein Gas braucht. Das Klo.
Tolotos 02.07.2007
4.
Zitat von sysopDie Ostsee-Gaspipeline soll Deutschland ab 2010 direkt mit russischem Erdgas beliefern, ohne den Umweg über Transitländer. Wird unsere Energieversorgung dadurch sicherer - oder bindet sich die Bundesrepublik zu sehr an Russland?
Die Bindung an Russland besteht doch ohnehin, denn die Tatsache, dass Russland als Quelle des Gases diese zudrehen kann, ist doch unabhängig vom weiteren Verlauf der Pipeline. Es entfällt doch nur die zusätzliche Abhängigkeit von den Transitländern. Allerdings könnte die Ostseepipeline anfälliger für Anschläge sein, da sie m. E. schwerer zu sichern ist.
Triakel 02.07.2007
5.
Dringend brauchen wir die. Ich gehöre ja nicht unbedingt dem Schröder-Fanclub an, aber das war einer der klügeren Sachen, die er eingefähdlt hat. Und nicht alles war klug, was er gemacht hat. Auch gegen seinen Job beim Pipeline-Konsortium habe ich nichts einzuwenden, denn man braucht eigene Leute an den Schalstellen. Dann können uns die weißrussischen, ukrainischen oder polnischen Regierungen mit ihrer Unberechenbarkeit den Buckel runterrutschen. Dss wir von den Russen abhängiger werden, ist zwar eine Tatsache, aber norwegisches und britisches Gas werden in nicht zu ferner Zukunft zur Neige gehen, während die Russen wesentlich mehr Reserven haben. Alternative wären dann der Iran oder Katar, die ebenfalls über sehr reichliche Vorkommen verfügen. Nur vertrauenserweckender sind die auf keinen Fall und außerdem geographisch weiter weg. Also wird uns nichts weiter übrig bleiben, als uns von den Russen abhängiger zu machen, auch wenn in Sonntagsreden immer davor gewarnt wird.
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