Erdöl Irak droht mit Exportstopp

Der Irak hat die Vereinten Nationen offiziell ersucht, sein Erdöl ab dem 1. November statt in Dollar künftig in Euro verkaufen zu dürfen. Sollte der Bitte nicht entsprochen werden, will der Irak seine Öllieferungen einstellen.


Dreht der Irak den Ölhahn ab?
DPA

Dreht der Irak den Ölhahn ab?

New York - Die internationalen Märkte reagierten nervös auf die Boykottandrohung aus Bagdad. Nach Informationen aus Uno-Kreisen will die US-Regierung den Antrag ablehnen. Die Beratungen der Vereinten Nationen dauern aber an. Offiziell nehmen die USA eine andere Haltung ein. "Welche Währung die Iraker wählen, ist für uns ohne Belang. Was wichtig ist, ist, dass wir die Kontrolle über Saddam Husseins Scheckbuch haben und er das Geld für Lebensmittel und nicht für Panzer ausgibt", sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, P.J. Crowley, in Washington.

Analysten sagten, dass ein Stopp der irakischen Exporte kaum zu einer spürbaren Verringerung der Ölmengen auf den kurzfristigen Märkten führen würde. Derzeit exportiert Irak täglich 2,3 Millionen Barrel Öl (das Fass zu 159 Litern). Dies entspricht knapp einem Zwanzigstel der weltweiten Förderung.

Über die Motivation der politischen Führung in Bagdad wird gerätselt. Internationale Beobachter gehen davon aus, dass die irakische Anfrage keine technisch-wirtschaftlichen, sondern politische Gründe hat. Die Staatsführung betrachte den Dollar als die Währung eines Feindstaates. Der Irak darf wegen der Invasion in Kuweit vor zehn Jahren sein Öl auf Grund internationaler Strafmaßnahmen und eines Uno-Programms nur gegen Lebensmittel verkaufen.



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