Erdölfördermenge Opec plant offenbar keine Erhöhung

Neue Berichte über die unnachgiebige Haltung führender Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) haben die Ölpreise am Donnerstag wieder steigen lassen. Analysten rechnen mit bis zum Jahresende mit neuen Höchstpreisen.


Opec zeigt sich unnachgiebig
AP

Opec zeigt sich unnachgiebig

London - Der Durchschnittspreis für Ölsorten der Opec und Mexikos notierte am Mittwoch den dritten Tag in Folge über der Topmarke von 28 Dollar.

Der Präsident der Opec, der venezolanische Ölminister Ali Rodriguez, hatte am Mittwoch gesagt, solange der Durchschnittpreis aus dem so genannten "Opec-Basket" nicht 20 Arbeitstage in Folge über 28 Dollar liege, werde die Opec die Fördermenge keinesfalls erhöhen. "Sollten die Bedingungen gegeben sein, wird die Fördererhöhung natürlich vorgenommen", kündigte Rodriguez an.

Der venezolanische Präsident Hugo Chávez hatte bei einer Tour durch die Opec-Staaten in den vergangenen Tagen den hohen Preis wiederholt als "fair" bezeichnet und gesagt, er diene dazu, die Opec-Länder wirtschaftlich auf Fortschrittskurs zu bringen. Chavez lud dabei die Opec-Staatschefs zu einem Gipfeltreffen am 28. September in Caracas ein. Zuvor wird sich das Kartell turnusgemäß am 10. September in Wien treffen, um die weitere Förderpolitik abzustimmen.

Die saudi-arabische Tageszeitung "El-Riyadh" zitierte am Donnerstag Experten mit der Aussage, vor dem Wiener Treffen werde es kaum eine Fördererhöhung geben. Es gebe sogar Spekulationen, dass noch nicht einmal vor dem Gipfeltreffen in Caracas Ende kommenden Monats mit einer förderpolitischen Maßnahme zu rechnen sei.

Analysten zufolge könnte der Erdölpreis weiter klettern. Am Mittwoch nannten Londoner Experten als mögliche Höchstpreise 40 Dollar je Barrel Rohöl an der Börse in New York sowie 35 Dollar je Barrel in der britischen Hauptstadt. Derartige Stände könnten noch vor Jahresende erreicht werden, wenn die Opec-Staaten sich nicht zwischenzeitlich auf eine Ausweitung der Fördermengen verständigten, sagte der Chefvolkswirt des Zentrums für weltweite Energiestudien (CGES), Leo Drollas.



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