Erfreuliche Daten Entwarnung vom US-Arbeitsmarkt - Dax schießt nach oben

Große Erleichterung an der Börse: Nach überraschend guten Wirtschaftsdaten fielen nun auch die US-Arbeitsmarktdaten sehr viel besser aus als befürchtet. Der Dax schoss im Anschluss an die Bekanntgabe der Zahlen nach oben.


Frankfurt - Am Frankfurter Aktienmarkt ist das Hauptthema klar - die zentrale Frage ist: Wie geht es weiter in den USA? "Die Reaktion im Dax Chart zeigen spricht Bände", sagte Postbank-Händler Stefan Söllner nach Vorlage der US-Arbeitsmarktzahlen. Die Daten waren überraschend gut ausgefallen. Und sie stünden in einer Reihe mit den übrigen US-Konjunkturdaten, die in der abgelaufenen Woche veröffentlicht worden waren. Sie waren durchweg besser als erwartet ausgefallen.

Insgesamt ging die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat überraschend zurück.

Die Daten sprechen nach Einschätzung der DekaBank für eine "milde" Rezession in den USA. "Eine tiefe Krise ist nicht zu erwarten", sagte DekaBank-Volkswirtin Gabriele Widmann am Freitag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Vor allem dem Dienstleistungssektor scheine es relativ gut zu gehen. Allerdings deuteten die gesunkenen Stundenlöhne auf einen anhaltend schwachen Konsum hin.

Der Dax schoss heute nach Bekanntgabe der guten Nachrichten nach oben. Er baute seine Gewinne um rund 80 Punkte aus und gewann zwischenzeitlich 1,93 Prozent auf 7082,97 Zähler, nachdem er bereits zu Handelsbeginn zum ersten Mal seit Februar über die Marke von 7000 Punkten gestiegen war. Der MDax Chart zeigen kletterte um 1,73 Prozent auf 9515,51 Punkte. Für den TecDax Chart zeigen ging es um 0,57 Prozent auf 851,02 Zähler nach oben. Allzu rosig ist die Lage aber immer noch nicht: Das Jahreshoch des Dax von 8100 Zählern Anfang Januar liegt noch in weiter Ferne.

Aktien der Deutschen Börse Chart zeigen gewannen an der Dax-Spitze 7,63 Prozent an Wert auf 101,41 Euro. Börsianer sprachen von einer Erholung, nachdem die Aktie des Börsenbetreibers zuletzt gegen den Markttrend verloren hatte. Zudem werde am kommenden Dienstag bei Vorlage der Quartalszahlen mit neuen Rekorden gerechnet.

Übernahmegerüchte bei Praktiker

BMW Chart zeigen stiegen nach einem erfolgreichen Monat in Nordamerika um 5,11 Prozent auf 37,05 Euro. Am Vorabend waren die Absatzzahlen für die USA veröffentlicht worden. Die Bayern konnten genau wie Volkswagen Chart zeigen im April trotz der schwächelnden Konjunktur in den USA Interactive bei den Absätzen zulegen, während die Kernmarken von Daimler Chart zeigenMercedes-Benz, Audi Chart zeigen und Porsche Chart zeigen Absatzrückgänge hinnehmen mussten.

Aktien der Lufthansa Chart zeigen rückten um 3,97 Prozent auf 17,54 Euro vor. Börsianer verwiesen auf den fallenden Ölpreis, der die Stimmung für die Aktien von Fluggesellschaften in den USA und in Europa verbessert habe. Daneben spielten auch die Pläne von British Airways Chart zeigen für Kooperationen mit American Airlines und Continental Airline Chart zeigen eine Rolle. Konsolidierungsbewegungen in den USA könnten auch Gespräche zwischen den großen Fluggesellschaften in Europa herbeiführen.

Papiere von Infineon Chart zeigen profitierten von positiven Daten aus der Branche und legten um 4,16 Prozent auf 6,26 Euro zu. Händler verwiesen auf den Anstieg des weltweiten Halbleiterumsatzes um 3,4 Prozent zum Vormonat als Impulsgeber. Im ersten Quartal sei der Umsatz um 3,8 Prozent zum entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 63,4 Milliarden Dollar geklettert, hatte die Semiconductor Industry Association (SIA) am Donnerstagabend mitgeteilt.

Praktiker Chart zeigen setzten sich mit plus 5,38 Prozent auf 14,68 Euro an die Spitze des MDax. "Es gibt wieder mal Übernahmegerüchte", sagte ein Händler. Es werde am Markt herumgereicht, dass ein Wettbewerber 25 Euro je Aktie der Baumarktkette bieten könnte. "Ein ähnliches Gerücht gab es bereits vergangenen Freitag - allerdings mit einem Übernahmepreis von nur 17,40 Euro", so der Börsianer.

Marktteilnehmer halten die Spekulationen auch jetzt für unwahrscheinlich. Im TecDax verloren Rofin-Sinar 2,55 Prozent auf 24,85 Euro. Der deutsch-amerikanische Laserspezialist hat seine Gewinnprognose für das laufende Jahr gesenkt. Das Unternehmen erwartet nun eine Vorsteuer-Rendite von 16 bis 18 Prozent nach bislang 17 bis 19 Prozent. Die Senkung sei zwar bereits am Mittwoch zur Xetra-Schlussauktion gekommen, die Verkäufe hielten jedoch an, so ein Börsianer.

ase/dpa-AFX



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.