Erhalt des Berliner Flughafens Merkel wirbt für Tempelhof

Er ist klein und mitten in der Stadt, doch einem Teil der Berliner liegt der Flughafen Tempelhof am Herzen. Die haben jetzt eine prominente Fürsprecherin bekommen - niemand anderen als Bundeskanzlerin Merkel persönlich.

Berlin - Gut eine Woche ist es noch bis zur Volksabstimmung in Berlin, jetzt schaltet sich die Kanzlerin ein: "Der Weiterbetrieb von Tempelhof ist nicht nur von Bedeutung für Wirtschaft und Arbeitsplätze; der Flughafen ist für viele und für mich persönlich mit der Luftbrücke ein Symbol der Geschichte dieser Stadt", sagte Angela Merkel (CDU) der Zeitung "B.Z.". Sie hoffe, dass viele Berliner Bürger am Volksentscheid teilnähmen und ihr Stimmrecht ausübten.

Tempelhof ist der älteste und kleinste der drei Berliner Flughäfen. Er liegt nahe am Zentrum und grenzt an die einwohnerstarken Stadtteile Neukölln und Kreuzberg. Berühmt wurde der Flughafen durch die Luftbrücke, als amerikanische "Rosinenbomber" während der Zeit der sowjetischen Blockade Westberlins nahezu im Minutentakt Tempelhof anflogen und so die Versorgung der eingeschlossenen Stadt sicherstellten.

Der Senat aus SPD und Linkspartei will den verlustbringenden Flughafen im Oktober stilllegen. Die Airlines sollen dann den Flughafen Schönefeld anfliegen, der zu einem internationalen Großflughafen ausgebaut wird. Nach der Fertigstellung soll auch Berlin-Tegel geschlossen werden. Gegen den Beschluss hatten mehrere Fluggesellschaften vor dem Bundesverwaltungsgericht geklagt, waren damit aber gescheitert.

Um den innerstädtischen Flughafen doch noch zu retten, setzten Befürworter eines Weiterbetriebs einen Volksentscheid durch, der am 27. April stattfindet. Für einen Erfolg müssten bei der Abstimmung rund 600.000 Wahlberechtigte zustimmen. Allerdings ist der Senat nicht verpflichtet, dem Votum zu folgen. Die Befürworter werben derzeit mit großflächigen Plakaten und Funkspots für ihr Anliegen.

Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) sagte zu, dass der Bund weiter die Kosten für Tempelhof übernimmt, sollte sich der Senat für den Weiterbetrieb entscheiden. "Das Bundesfinanzministerium steht zu der Zusage, dass der Bund die laufenden Kosten trägt, wenn Berlin sich im Lichte der Abstimmung doch für Tempelhof entscheiden sollte", zitierte die "B.Z." Ministeriumssprecher Torsten Albig. "Allerdings sehen wir nicht, dass es zu einer Meinungsänderung des Senats kommen wird", fügte er hinzu.

sam/Reuters

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