Erhebung des Einzelhandelverbands Die meisten Kunden tragen im Supermarkt weiter Maske

Beim Einkaufen ist das Tragen einer Maske seit Anfang April freiwillig. Trotzdem gibt es nun Forderungen nach einer möglichen Rückkehr zur Maskenpflicht im Einzelhandel.
In der Bahn ist die Maske noch Pflicht, im Supermarkt nicht mehr: Einkaufsstraße in Bonn

In der Bahn ist die Maske noch Pflicht, im Supermarkt nicht mehr: Einkaufsstraße in Bonn

Foto: NurPhoto / NurPhoto via Getty Images

Fast zwei Jahre war die Maske beim Einkaufen Pflicht – doch seit Anfang April kann jeder im Supermarkt oder der Drogerie selbst entscheiden, ob er eine Maske tragen möchte. Laut einer Erhebung des Einzelhandelverbands HDE tun das die meisten: 81 Prozent der vom Verband befragten Unternehmen gaben an, die Mehrheit ihrer Kunden trage in ihrem Geschäft weiter Maske, wie die »Rheinische Post« in ihrer Samstagsausgabe berichtet. Außerdem gingen viele Händler davon aus, dass die Mehrheit ihrer Kundinnen und Kunden den Wegfall der Maskenpflicht kritisch sehe.

Die Maskenpflicht im Einzelhandel war mit dem neuen Infektionsschutzgesetz abgeschafft worden. Der Großteil der Unternehmen schreibe laut der Erhebung das Tragen einer Maske nun nicht mehr vor: nur zehn Prozent der befragten Händler mache von ihrem Hausrecht Gebrauch, wenn jemand sich weigere, eine Maske zu tragen. 37 Prozent der Unternehmen baten ihre Kunden lediglich darum, Maske zu tragen. Auf den Umsatz habe sich der Wegfall der Maskenpflicht kaum ausgewirkt – nur 13 Prozent der befragten Händler gaben an, es würde nun mehr eingekauft.

Kehrt die Maskenpflicht im Herbst zurück?

Der Deutsche Städtetag regt unterdessen an, im Herbst gegebenenfalls die Maskenpflicht im Einzelhandel wieder einzuführen. »Wir brauchen einen Notfallplan für neue Infektionswellen«, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der »Rheinischen Post«. Virologen würden klar sagen, dass eine neue Coronawelle im Herbst sicher sei. »Sie wissen nur noch nicht, welche Virusvariante es sein wird.«

Die Bundesregierung müsse daher »etwas in der Schublade haben für den Fall, dass es wieder losgeht und neue Virusvarianten bekämpft werden müssen«, sagte Dedy. So könne es etwa notwendig sein, dass in ein paar Monaten die Maskenpflicht im Einzelhandel wieder eingeführt werden müsse, weil eine gefährliche Virusvariante auftrete. »Dann braucht man für eine bundesweite Regelung aber erst wieder eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes«, sagte Dedy.

Maskenpflichten sind nach dem aktuell gültigen Infektionsschutzgesetz nur noch in wenigen Bereichen wie Arztpraxen oder öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. Um weitergehende Maßnahmen anordnen zu können, müssen die Bundesländer per Landtagsbeschluss Regionen zu Hotspots erklären. Auch diese Hotspot-Regel und die Maskenpflicht in Praxen, Bussen und Bahnen dürfen laut Gesetz aber nur noch bis zum 23. September angewandt werden.

has/dpa/AFP
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