Erhöhung zum 1. Februar Strompreise steigen für jeden fünften Kunden

Strom wird für viele Haushalte teurer: Nach Angaben des Verbraucherportals Toptarif erhöhen der Energieriese E.on und viele Stadtwerke zum Februar die Preise. Einer Schätzung des Deutschen Mieterbunds zufolge stehen Verbrauchern zudem saftige Nachzahlungen für Heizkosten ins Haus.


Berlin - Jedem fünften Haushalt in Deutschland stehen zu Beginn des neuen Monats kräftige Strompreiserhöhungen ins Haus. Zum 1. Februar heben nach Angaben des Internet-Portals Toptarif neben 65 Stadtwerken auch alle Regionalgesellschaften des größten deutschen Energiekonzerns E.on Chart zeigen ihre Tarife an.

Strommasten: Kräftige Preiserhöhungen zum 1. Februar
DDP

Strommasten: Kräftige Preiserhöhungen zum 1. Februar

Die Preissteigerungen erreichten bis zu 9,4 Prozent, teilte Toptarif am Donnerstag mit. Bereits seit Jahresbeginn seien bei etwa 600 Unternehmen oder knapp zwei Drittel der Stromversorger die Tarife um durchschnittlich 8,4 Prozent gestiegen oder Erhöhungen in den kommenden Wochen in Planung.

Die E.on-Regionalversorger hatten bereits im November mitgeteilt, dass sie die Strompreise für ihre Privat- und kleinen Gewerbekunden um 7,4 bis 9,2 Prozent zum 1. Februar 2009 anheben. Für einen Kunden mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden bedeutet das laut E.on 62 bis 71 Euro Mehrkosten im Jahr.

Ein Drittel des Einkommens für eine warme Wohnung

Einer Schätzung des Deutschen Mieterbunds zufolge stehen Verbrauchern zudem saftige Nachzahlungen für Heizkosten ins Haus. Obwohl die Preise derzeit sinken, drohen Mietern demnach bis zu 30 Prozent Nachzahlung für das vergangene Jahr. Wegen der Heizkostenexplosion 2008 seien die Kosten erneut gestiegen.

Wie der Verband vorrechnete, sind die Mieten selbst im Jahresdurchschnitt nur um 1,2 Prozent gestiegen. Allerdings nahmen die Mieten in Süddeutschland fünf- bis sechsmal so stark zu wie im Osten. Die "kalten Betriebskosten" wie Abwasser- oder Müllgebühren stiegen ebenfalls nur um 0,8 Prozent.

Der eigentliche Treibsatz unter den Wohnungskosten waren die Heizkosten: Heizöl wurde den Angaben zufolge im Schnitt um 38 Prozent teurer, Gas um acht Prozent. "Die Zeche für die Preisexplosion bei Öl und Gas im Jahr 2008 müssen Mieter 2009 zahlen, wenn sie die Heizkostenabrechnung erhalten", teilte der Mieterverband mit.

ssu/AP/dpa

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.