Ericsson 30.000 Jobs in Gefahr

Die Lage beim schwedischen Telekommunikationskonzern Ericsson ist noch dramatischer als bisher angenommen. Der Kahlschlag soll bis zu 30.000 Mitarbeiter treffen.


Muss sich als Sanierer beweisen: Ericsson-Chef Kurt Hellström
DPA

Muss sich als Sanierer beweisen: Ericsson-Chef Kurt Hellström

Stockholm/Hamburg - Am Vormittag hatte eine Ericsson-Sprecherin gegenüber SPIEGEL ONLINE bestätigt, dass der schwedische Telekom-Ausrüster am Freitag den Abbau von 6000 Stellen verkünden werde. Inzwischen ist aber von annähernd 30.000 Entlassungen die Rede. Der Betriebsratsvorsitzende der Ericsson-Handyfabrik Linköping, Tommy Jahrl, bestätigte am Dienstag in der Zeitung "Sydsvenska Dagbladet", dass innerhalb der Belegschaft entsprechende Befürchtungen kursierten. Er sagte: "Das wird sich in dieser Größenordnung bewegen. Die Frage ist, wie man die Streichungen verteilt."

Der drittgrößte Handy-Produzent der Welt nach Nokia und Motorola würde damit weit reichende Konsequenzen aus den anhaltend hohen Verlusten beim Verkauf der Mobiltelefone und den sinkenden Wachstumsaussichten für die Branche ziehen. Die "Financial Times Deutschland" berichtete ebenfalls am Dienstag, dass am Freitag die Streichung von 6000 Stellen bekannt gegeben werden solle.

Ericsson hatte bereits angekündigt, dass jährlich umgerechnet rund 2,2 Milliarden Euro eingespart werden sollen. Laut Analysten müssten dafür gut 10.000 Jobs gestrichen werden. In den schwedischen Tageszeitungen hieß es, Ericsson wolle die Zusammenarbeit mit der Hälfte von 15.000 freiberuflich arbeitenden Beratern beenden.



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