Ermittlungen EADS-Mitarbeiter unter Korruptionsverdacht

Mitarbeiter des EADS-Konzerns sollen ausländische Entscheidungsträger bestochen haben. Die Münchener Staatsanwaltschaft ermittelt bereits.


Eurofighter made by EADS
DPA

Eurofighter made by EADS

Johannesburg - "Wir haben in den vergangenen Tagen ein formelles Ermittlungsverfahren eingeleitet", sagte Oberstaatsanwalt Manfred Nötzel. Die European Aeronautics Defence and Space Company (EADS) hatte bereits vor Wochen zugegeben, Politikern, Diplomaten und Top-Militärs beim Autokauf Preisnachlässe sowie bevorzugte Lieferungsbedingungen gewährt zu haben.

Bei der Affäre geht es um eines der größten Rüstungsvorhaben Südafrikas. Über seinen Radarausrüster Reutech ist EADS an einem Auftrag des Landes im Gesamtwert von 43 Milliarden Rand (rund 12,8 Milliarden Mark) beteiligt. Im Zusammenhang mit dem Auftrag wurden bereits mehrfach Korruptionsvorwürfe laut.

EADS soll dabei als Vermittler von Luxuswagen aufgetreten sein. Den Entscheidungsträgern sollen Mercedes-Limousinen um bis zu 50 Prozent billiger angeboten worden sein. Einem Bericht der südafrikanischen Zeitung "The Star" zufolge hat beispielsweise der Parlamentarier und ANC-Fraktionsführer Tony Yengeni einen Mercedes-Geländewagen zu Vorzugsbedingungen bekommen. Yengeni stand bei dem milliardenschweren Waffengeschäft dem zuständigen Entscheidungsgremium vor. Auch die Umstände, unter denen seine Frau Lumka in den Besitz eines neuen Mercedes C180 kam, werden von südafrikanischen Medien in Frage gestellt.

Die deutschen Ermittlungen richten sich nach Darstellung Nötzels nicht gegen den Konzern als Ganzes, sondern gegen Einzelpersonen. Weitere Angaben wollte er aber nicht machen. "Die Entscheidung, ob wir oder eine andere Staatsanwaltschaft den Fall zu Ende führen werden, steht noch aus", sagte er.

EADS ist aus der Fusion der spanischen Casa, der französischen Aerospatiale-Matra und der deutschen DaimlerChrysler Aerospace (Dasa) entstanden.



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