Ermittlungen Gammel-Rinderhäute als Lebensmittel verkauft

Kleine, bunte Bärchen aus vergammelten Rinderhäuten: Eine Handelsfirma hat für Tierfutter bestimmte Fleischabfälle als Lebensmittel umetikettiert und verkauft. Die Behörden befürchten, dass die Häute zu Gelatine für die Herstellung von Gummibärchen verarbeitet wurden.


Erlangen - Schon der Verdacht ist unappetitlich: Für Tierfutter bestimmte Rinderhäute könnten der Staatsanwaltschaft Erlangen zufolge zu Gelatine verarbeitet worden sein. Diese wird für die Herstellung von Gummibärchen verwendet. Ein fränkischer Fleischhändler soll die Häute als Lebensmittel umetikettiert und weiterverkauft haben. Wohin die Häute gingen ist noch unklar. Ihre Spur verliert sich bei einem Händler in Baden-Württemberg.

Gummibärchen: Spur des Gammelfleischs verliert sich in Baden-Württemberg
DDP

Gummibärchen: Spur des Gammelfleischs verliert sich in Baden-Württemberg

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft versicherte, dass für Verbraucher keine Gefahr besteht, falls die Häute bereits zu Lebensmittelgelatine verarbeitet worden sind. Die Rinderhäute würden dabei so stark erhitzt, dass alle gefährlichen Stoffe vernichtet würden.

Wie häufig und wie viel Fleisch umetikettiert worden ist, könne die Staatsanwaltschaft derzeit noch nicht sagen. Es seien Unterlagen aus den Jahren 2006 bis 2008 sichergestellt worden, die jetzt ausgewertet würden. Gegen die Betreiber des Fleischhandels ist der Staatsanwaltschaft zufolge ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Ihnen könnte pro Fall bis zu einem Jahr Gefängnis drohen. Die Erlaubnis zum Fleischhandel sei ihnen bereits entzogen worden.

Das Veterinäramt Würzburg kam dem Skandal bei einer Routinekontrolle wegen Unstimmigkeiten bei Frachtpapieren auf die Spur. Dem Betrieb wurde den weiteren Angaben zufolge bereits die Zulassung entzogen. Ein Großteil der zu Lebensmitteln umetikettierten Schlachtabfälle wurde laut Staatsanwaltschaft an einen Händler in Baden-Württemberg verkauft, der die Häute weiter verkauft habe.

Im vergangenen Jahr sorgten gleich mehrere Gammelfleischskandale für Furore. In einem Fall waren Abfälle zu Dönern verarbeitet worden.

sil/AFP/ddp



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