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26. August 2017, 12:44 Uhr

Analyse des Energiemarktes

Wind und Sonne sind billiger als Kohle

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Laut einer Analyse des Freiburger Öko-Instituts ist es profitabler, in erneuerbare Energien zu investieren als in Kohle oder Gaskraftwerke. Das gelte selbst in den USA, wo die Gaspreise noch weiter fallen dürften.

Noch vor wenigen Jahren galten erneuerbare Energie als Projekt von Ökoidealisten, der Bau von Windrädern und Solaranlagen war nur mit staatlichen Subventionen möglich. Doch die Anlagen sind immer billiger und effizienter geworden, und im Energiemarkt hat sich etwas Erstaunliches vollzogen: Der Bau von Kohle- und Gaskraftwerken ist unwirtschaftlicher als der neuer Wind- und Solaranlagen. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Während die erneuerbaren Energien in Deutschland auf Vollkosten von 50 bis 70 Euro pro Megawattstunde Strom kommen, liegen fossile Kraftwerke unter derzeitigen Bedingungen bei 70 bis 100 Euro. Das geht aus Analysen des Öko-Institutes im Auftrag der Grünen hervor, die dem SPIEGEL vorliegen.

An günstigen Standorten mit viel Wind und Sonne, etwa in Südeuropa, ist der Unterschied sogar noch größer. Da ist Windstrom schon für 40 Euro pro Megawattstunde zu gewinnen. Nach Ansicht der Experten vom Öko-Institut sind Investitionen in Wind- und Solaranlagen auch in den USA im Vorteil - selbst wenn der Preis für Erdgas durch verstärktes Fracking weiter fallen sollte.

Der Austritt aus dem Weltklimaabkommen, den der amerikanische Präsident Donald Trump in diesem Sommer verkündet hat, dürfte deshalb nicht zu weniger Investitionen in erneuerbare Energien führen. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir kritisiert angesichts der Studie die Bundesregierung wegen des gebremsten Ausbaus der erneuerbaren Energien. Dies sei "nicht nur für den Klimaschutz schlecht, sondern auch für den Geldbeutel der Stromkunden", sagte Özdemir dem SPIEGEL.

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