Erste Aufträge Vorsprung für A3XX

Die Fluggesellschaften Emirates Airlines und Air France haben als erste den geplanten Super-Airbus A3XX bestellt. Boeing dagegen kann noch keinen festen Auftrag für seine erweiterte 747-Version verbuchen.


A3XX: Startet ab Februar 2006 für Emirates Airlines
AFP

A3XX: Startet ab Februar 2006 für Emirates Airlines

Farnborough - Die Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate hat als erster Kunde bei Airbus Industrie sieben Großraumflugzeug vom Typ Airbus A3XX bestellt. Airbus Industrie und Emirates unterzeichneten einen entsprechenden Vertrag am Montag auf der Luftfahrtmesse in Farnborough bei London. Wenig später schloss auch Air-France-Präsident Jean-Cyril Spinetta einen Vertrag über zehn Exemplare und vier Optionen mit Airbus ab.

Emirates hat fünf Passagierversionen und zwei A3XX-Frachter bestellt und außerdem fünf Optionen aufgegeben. Die Flugzeuge für Emirates werden 575 Passagieren in drei Klassen Platz geben und einen Kinderhort, ein Spielcasino und zollfreie Läden enthalten. Geplante Einsatzrouten sind die Linien nach London, Nordamerika und Asien. Im Jahre 2006 sollen die ersten Flugzeuge an beide Gesellschaften ausgeliefert werden. Die beiden Emirates-Frachter werden voraussichtlich 2008 fertiggestellt. Jedes dieser Flugzeuge hat einen Wert von rund 220 Millionen Dollar.

Für das größte Passagierflugzeug der Welt liegen nach Angaben von Airbus-Chef Forgeards 22 feste Kaufabsichten vor. Insgesamt hätten neun Fluggesellschaften Interesse an bislang 52 Maschinen bekundet.

Der US-Hersteller Boeing hat auf dem Markt für supergroße Verkehrsflugzeuge im Wettlauf mit dem europäischen Airbus- Konsortium bisher noch keine Kunden für seine Alternative zum Airbus A3XX gewinnen können. Boeing kündigte am Montag an, die Antwort auf die A3XX, die Boeing 747X Stretch, praktisch zeitgleich mit Airbus im dritten Quartal 2005 auszuliefern.

Boeing-Vizepräsident Roundhill sagte jedoch, er habe keinen Zweifel daran, dass noch im Laufe dieses Jahres die ersten Kunden ihre Bestellungen unterschrieben. Dies sei notwendig, um das Projekt der 747-Erweiterung tatsächlich zu beginnen.

Boeing sei überzeugt, dass das eigene Konzept - Verzicht auf ein doppelstöckiges Flugzeug wie bei Airbus, stattdessen Fortentwicklung der vertrauten 747-Baureihe - aufgehe. Man schätze den Bedarf an Flugzeugen innerhalb der nächsten 20 Jahre auf rund 22.300, wovon nur fünf Prozent auf das supergroße Segment entfielen. Diese machten allerdings wertmäßig 13 Prozent des Marktes aus.

Die 747X Stretch sei im Vergleich zum Airbus A3XX in den Betriebskosten zehn Prozent und pro Sitzmeile drei bis fünf Prozent billiger. Der Super-Jumbo werde auch deutlich leiser und etwas schneller sein als der Airbus. Vor allem erforderten die neuen Versionen der 747 weder eine neue Pilotenausbildung noch nachhaltige Veränderungen der Wartung, so Roundhill.



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