Kritik des Europäischen Rechnungshofs EU-Verkehrsprojekte werden länger gebaut als geplant - und deutlich teurer

Der europäische Rechnungshof hat acht Großprojekte untersucht, die die EU kofinanziert. Das Ergebnis des Berichts: Im Schnitt verzögert sich der Bau um elf Jahre, die Kosten steigen um fast 50 Prozent.
Gleisarbeiten (Symbolbild): insgesamt 17 Milliarden Euro Mehrkosten

Gleisarbeiten (Symbolbild): insgesamt 17 Milliarden Euro Mehrkosten

Foto: Jens Büttner/ picture alliance / dpa

Beim Bau von zentralen europäischen Verkehrsprojekten kommt es laut einem Bericht  des Europäischen Rechnungshofs zu deutlichen Verzögerungen und Kostensteigerungen.

Der Rechnungshof untersuchte acht von der EU kofinanzierte Großprojekte, die die Verkehrsnetze von 13 EU-Staaten miteinander verbinden sollen. Unter anderem gehörten dazu der Fehmarnbelttunnel zwischen Deutschland und Dänemark oder der Brennerbasistunnel zwischen Österreich und Italien.

Sie sind Teil des transeuropäischen Kernnetzes (TEN-V), das grenzüberschreitende Verbindungen innerhalb der EU verbessern soll. Die EU beteiligt sich daher an der Finanzierung. Die wichtigsten Langstreckenrouten sollten bis 2030 fertig sein. Aufgrund der Verzögerungen sei dies laut Bericht allerdings nicht mehr möglich.

So dauerten die Arbeiten im Schnitt elf Jahre länger als zunächst geplant. Die Kosten für die Großprojekte seien mit der Zeit um insgesamt 17 Milliarden Euro - fast 50 Prozent - gestiegen.

Unterschiedliche Prioritäten in den EU-Ländern

Grund für Bauverzögerungen sei vor allem die schlechte Koordinierung zwischen den Ländern, hieß es in dem Bericht. Grenzüberschreitende Projekte würden in den EU-Staaten verschieden priorisiert und vorangetrieben. Kritik formulierten die Rechnungsprüfer auch an der EU-Kommission. Diese müsse die Bauarbeiten stärker überwachen und die EU-Staaten besser beraten.

Die Verzögerungen könnten den Rechnungsprüfern zufolge weitreichende Konsequenzen haben: So sei die Einhaltung der Planung "für die Verwirklichung der politischen Ziele der EU von entscheidender Bedeutung, indem sie Wachstum und Beschäftigung und die Bekämpfung des Klimawandels fördert", sagte Oskar Herics vom Europäischen Rechnungshof.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es in der Zeile, die Verkehrsprojekte seien doppelt so teuer geworden wie geplant. Richtig ist: Die Kosten sind um 50 Prozent gestiegen.

nsp/dpa
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