Massentierhaltung Grüne scheitern mit Antrag für strengere Regeln beim Antibiotikaeinsatz

Der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung gilt als Gefahr für die menschliche Gesundheit. Ein Antrag der Grünen, bestimmte Antibiotikagruppen nicht mehr zu verwenden, kam im EU-Parlament nicht durch.
In der Geflügelmast werden besonders viele Antibiotika eingesetzt (Symbolbild)

In der Geflügelmast werden besonders viele Antibiotika eingesetzt (Symbolbild)

Foto: Jens Büttner/ picture alliance / dpa

Der Einsatz von Antibiotika bei Tieren wird nicht weiter eingeschränkt. Ein Antrag des Grünenabgeordneten Martin Häusling, der strengere Regeln für die Behandlung von Tieren mit Antibiotika beinhaltete, ist vor dem Europaparlament gescheitert. Häusling forderte gemeinsam mit dem Umweltausschuss des EU-Parlaments, dass bestimmte Antibiotikagruppen vor allem dem Menschen vorbehalten bleiben sollten. Nur in Ausnahmefällen hätten sie demnach an einzelne Tiere verabreicht werden dürfen.

Dabei geht es vor allem um sogenannte Reserve-Antibiotika, die in der Medizin gegen resistente Bakterien eingesetzt werden – wenn herkömmliche Antibiotika nicht mehr wirken. Antibiotika werden teilweise massenhaft in Betrieben eingesetzt, in denen Tiere gemästet werden. Besonders bei Hühnern und Puten werden entsprechende Medikamente verabreicht. Dieser Einsatz, so Expertinnen und Experten, führe dazu, dass Bakterien Multiresistenzen entwickeln, also am Ende gar nicht mehr durch Antibiotika zu behandeln wären. Diese Infektionen sind dann auch für Menschen besonders gefährlich. Das Robert Koch-Institut bezeichnet Antibiotikaresistenzen als »eine der größten Herausforderungen für die globale Gesundheit«.

Tierärzte kritisierten Verbotspläne

Kritik an dem Antrag kam unter anderem aus den Reihen der Tierärztinnen und Tierärzte: Die sachgemäße Behandlung der kranken Tiere sei in Gefahr, sollte der Antrag Erfolg haben. Der Verband praktizierender Tierärzte startete eine Unterschriftenaktion gegen das Vorhaben, den auch zahlreiche private Tierhalter und Tierhalterinnen unterzeichneten.

Der Antrag des Grünenabgeordneten bezog sich auf Pläne der EU-Kommission, welche die Medikamentenvergabe definieren sollen. Darin gibt es keine konkrete Liste an Stoffen, die nicht mehr an Tiere gegeben werden dürfen. Stattdessen sollen die Mittel nur eingesetzt werden, wenn ein Tier von einer ernsthaften Erkrankung oder dem Tod bedroht sei oder die Gabe der Medikamente notwendig sei. Kritiker bemängeln, dass diese Formulierung zu viel Spielraum zur Auslegung böte.

jlk/dpa
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