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WÄHRUNG »Euro bei 1,20 Dollar«

Ulrich Ramm, 56, Chefvolkswirt der Commerzbank, über den Euro
aus DER SPIEGEL 7/1999

SPIEGEL: Warum zeigt sich der Euro schwächer als erwartet?

Ramm: Durch die Krise in Südamerika kam es zu einer Flucht in den Dollar; und die US-Konjunktur ist viel robuster als vorhergesehen. Das hat die Hoffnung auf eine Zinssenkung in den USA zerstört. Zudem haben wir eine ausgeprägte Wachstumsdelle in Europa.

SPIEGEL: Die Asiaten halten sich mit Anlagen in Euro bisher zurück. Kann der Euro mit dem Dollar konkurrieren?

Ramm: Bis jetzt nicht. Die Währung muß durch das Verhalten der Europäischen Zentralbank (EZB) das Vertrauen der internationalen Investoren noch erwerben. Doch das Interesse der Asiaten wird wachsen.

SPIEGEL: Muß die EZB die Zinsen senken?

Ramm: Es wäre nicht richtig, in einer Schwächeperiode des Euro die Zinsen zu senken. Wegen der stabilen Preise in Europa ist eine Zinssenkung möglich, aber man sollte damit noch ein paar Wochen warten.

SPIEGEL: Wo steht der Euro am Jahresende im Vergleich zum Dollar?

Ramm: Die fundamentalen Faktoren sprechen eindeutig für den Euro und gegen den Dollar. Das Leistungsbilanzdefizit der USA wird 1999 bei fast 300 Milliarden Dollar liegen, während EuroLand einen hohen Überschuß erzielt. Der Euro wird auf 1,20 Dollar bis zum Jahresende ansteigen.

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