Euro-Einführung Falschparken wird günstiger

Gute Nachrichten für Parksünder. Nach einem Gesetzentwurf der Bundesregierung kommen sie demnächst billiger weg.


Strafzettel: Jetzt noch billiger
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Strafzettel: Jetzt noch billiger

Hauptgrund ist, dass der Gesetzesentwurf statt dem genauen Wechselkurs eine Abrundung im Verhältnis zwei zu eins vorsieht. Damit weichen die Beträge künftig um einige Prozent nach unten ab. Der Höchstbetrag für ein Verwarnungsgeld sinkt von derzeit 75 Mark auf 35 Euro, damit er weiterhin unter der Schwelle für die Eintragung im Verkehrszentralregister liegt. "Das heißt, wenn jemand unberechtigt auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz steht, nimmt die Stadt künftig sieben Mark weniger ein", erklärt Oliver Mietzsch, Verkehrsreferent des Deutschen Städtetags.

Für die Kommunen wird die Umstellung teuer

Einer Stadt wie Frankfurt am Main würden dadurch pro Jahr etwa 600.000 Mark entgehen. Zwar will das Bundesjustizministerium die geglätteten Beträge durch Kostenerhöhungen an anderer Stelle wieder ausgleichen, zum Beispiel bei Bearbeitungs- und Verwaltungsgebühren. Doch der Städtetag fordert eine Kompensation im gleichen Umfang. Teuer wird auch die Umrüstung der rund 30.000 Parkautomaten in Deutschland. Mechanische Parkuhren, die für 700 bis 800 Mark pro Stück erneuert werden müssten, werden daher etwa in der sauerländischen Gemeinde Altena komplett abgebaut - ein schwerer Schlag für Nostalgiker.

In Magdeburg werden die Parkgebühren von zwei Mark auf einen Euro gesenkt - ein typisches Beispiel. Dadurch sparen die Parker etwa vier Pfennige. Das Tiefbauamt will in Sonderschichten an Silvester etwa 80 Parkautomaten auf die neue Währung umrüsten. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund stellt generell einen Trend zum Abrunden fest. In Karlsruhe beschloss der Gemeinderat sogar eine deutlich höhere Preissenkung: In der City-Tarifzone soll Parken am Straßenrand ab Anfang Januar statt vier Mark nur noch 1,50 Euro (2,94 Mark) kosten.

Allerdings sollen die Euro-fähigen Parkautomaten dafür immer mehr technische Features bieten. Der Parkplatzbetreiber Apcoa Chart zeigen, der für Vertragspartner wie Flughäfen, Messen, Banken und Einkaufszentren europaweit etwa 500.000 Parkplätze abrechnet, will zum Beispiel mehr Automaten für Kreditkarten aufrüsten. Die Rückvergütung - wenn ein Kunde im EKZ einkauft und damit Parkgebühren spart - soll künftig auch elektronisch abgewickelt werden. An Flughäfen lassen sich bereits Parkplätze per Internet reservieren.

In anderen Ländern sind High-Tech-Parkuhren bereits gang und gäbe. Australische Parkplätze melden sich automatisch per Kurznachricht auf dem Mobiltelefon, wenn die Parkzeit überschritten wurde.



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