Euro-Höhenflug Finanzminister warnen vor "exzessiven Kursbewegungen"

Der Euro steigt und steigt - und sorgt in der Politik für Unruhe. Erstmals haben die Finanzminister der Euro-Zone eine offizielle Warnung ausgesprochen. "Wir sind besorgt", sagt Luxemburgs Premierminister Juncker.


Brüssel - Wie stark darf der Euro sein? Nicht allzu sehr, sagen die Finanzminister der Euro-Zone. Sie sind nach Angaben des Euro-Gruppen-Chefs Jean-Claude Juncker besorgt wegen des aktuell hohen Kurses. Die Gemeinschaftswährung war zuletzt über 1,52 Dollar gestiegen.

Euro-Schlüsselanhänger: Spiegeln die Kurse noch die Realwirtschaft wider?
DPA

Euro-Schlüsselanhänger: Spiegeln die Kurse noch die Realwirtschaft wider?

Die Wechselkurse sollten die Fundamentaldaten widerspiegeln, sagte Juncker, der auch Premierminister Luxemburgs ist, nach einem Treffen der Euro-Finanzminister mit EZB-Chef Jean-Claude Trichet. "Heute sagen wir zum ersten Mal, dass wir angesichts der gegenwärtigen Umstände besorgt wegen exzessiver Kursbewegungen sind." Die Kurse spiegelten den Zustand der Wirtschaft nicht wider.

Die ausgeprägte Dollar-Schwäche veranlasste EZB-Präsident Jean-Claude Trichet dazu, sich am Rande der Euro-Gruppe zum Wechselkurs zu äußern. Normalerweise gibt der Zentralbankchef bei dieser Gelegenheit keinen Kommentar ab.

Derzeit seien Äußerungen der US-Regierung sehr wichtig, wonach ein starker Dollar im Interesse der amerikanischen Wirtschaft sei, sagte Trichet nun. Kurz darauf bekräftigte US-Finanzminister Henry Paulson diese Aussage zum Wechselkurs.

Der Euro war am Montag zum Dollar auf ein neues Rekordhoch von 1,5275 Dollar gestiegen. Die US-Währung steht unter Verkaufsdruck, weil die Anleger mit einer Rezession der US-Wirtschaft rechnen.

wal/Reuters



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