Euro-Schwäche Neue Rekordtiefs befürchtet

Der Euro notiert wieder unter der Marke von 84 US-Cent. Devisenexperten erwarten einen weiteren Kursverfall, wenn die Europäische Zentralbank nicht eingreift.


SPIEGEL ONLINE

Frankfurt am Main - Der Euro näherte sich am Montagnachmittag mit Kursen um 0,837 Dollar wieder seinem Allzeittief, das er am vergangenen Mittwoch mit 0,8326 erreicht hatte.

Händler begründeten die Verluste damit, dass der Dollar angesichts der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und der Unsicherheit an den Aktienmärkten als sicherere Anlagewährung gelte. Im Vorfeld des Treffens der G-20-Staaten (G-7 plus Schwellenländer) am Dienstag seien die Marktteilnehmer jedoch nicht zu massiven Euro-Verkäufen bereit, da die Spekulationen über mögliche Notenbank-Interventionen zu Gunsten des Euro anhielten.

Händler sprachen jedoch nach wie vor von einer generell schlechten Grundstimmung der Märkte gegenüber dem Euro und schlossen daher neue Rekordtiefs nicht aus. Um den langfristigen Abwärtstrend nachhaltig zu beenden, müsse die Währung die Marke von 86 US-Cents überschreiten. Zwei Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl machten sich die Märkte zudem verstärkt Gedanken darüber, wie sich ein möglicher Sieg des Republikaners George W. Bush auf die US-Wirtschaft auswirken könne. Sollte Bush gewinnen und seine massiven Steuersenkungspläne durchsetzen, würde dies die Verbraucherausgaben und somit das Wirtschaftswachstum ankurbeln. Die Folge wären weitere Zinserhöhungen, ein stärkerer Dollar und damit ein weiteres Absacken des Euro.



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