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Supercomp Europa muss sich ranhalten

aus DER SPIEGEL 46/2022

Im globalen Rennen um die Entwicklung sogenannter Quantenrechner liegen die USA klar vorn. Sie verfügen hier über die meisten Patente, die höchste Summe an Wagniskapital und die meisten Talente, ergab eine Studie der Unternehmensberatung BCG. Den zweiten Platz teilen sich China, Großbritannien und die Europäische Union.

Aus: DER SPIEGEL 46/2022

Weltmacht in der Wüste

Während Europa leidet, boomen autokratische Golfstaaten wie Katar und Saudi-Arabien. Ihre Billionengewinne mit Öl und Gas wollen sie nutzen, um bei erneuerbaren Energien führend zu werden – und diese vor allem an Deutschland zu verkaufen. Wie gefährlich ist die Abhängigkeit von den Herrschern am Golf?

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Allerdings mangle es der EU an Koor­dination zwischen den Mitglied­staaten, an Privatinvestitionen – und vor allem an Fachkräften: Für den Bau eines einzelnen Quantensystems werden nach BCG-Schätzungen rund 4000 Wissenschaftler und Ingenieure benötigt. In europäischen Quantencomputing-Start-ups arbeiten jedoch nur 500 Beschäftigte. Bei den staatlichen Investitionen kann die EU mit gut 6 Milliarden Dollar seit 2013 zwar an der Weltspitze mithalten. China ist mit 10 Milliarden Dollar jedoch enteilt.

Den Studienautoren zufolge hätten die EU-Staaten allen Grund, ihre Position schleunigst zu verbessern: In den nächsten 15 bis 30 Jahren werde der Markt für Quantencomputing ein Volumen von 450 bis 850 Milliarden Dollar erreichen. Man dürfe nicht den gleichen Fehler begehen wie bei den Mikrochips, die heute überwiegend in Asien entstehen. Die Chipknappheit seit 2020 hat laut BCG dazu geführt, dass rund zehn Millionen Autos nicht gebaut werden konnten.

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