Europa-Vergleich Deutschland rutscht bei der Kaufkraft ab

Liechtenstein liegt vorn, dann folgen Luxemburg und die Schweiz: In einer Studie wurde ermittelt, in welchen Ländern Europas die Bürger über die höchste Kaufkraft verfügen. Deutschland landet nur noch auf Rang zehn.


Nürnberg - Die Bundesbürger kommen laut Daten der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung auf ein verfügbares Pro-Kopf-Einkommen von rund 17.000 Euro. Damit liegt Deutschland hinter Großbritannien, Dänemark und Österreich. Bei einer ähnlichen Untersuchung der GfK vor vier Jahren rangierte Deutschland noch auf Platz acht.

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An der Spitze der neuen Liste steht Liechtenstein, wo ein Einwohner laut GfK mit einem Jahresnettoeinkommen von umgerechnet 42.000 Euro mehr als doppelt so viel zur Verfügung hat wie ein Deutscher. "Oasen des Wohlstands" sind der GfK zufolge auch die Schweiz und Luxemburg mit jeweils rund 25.000 Euro. Norweger kommen auf etwa 20.000 Euro, Iren auf 18.000 Euro.

Dagegen müssen sich die Moldawier als Schlusslicht im Vergleich der Länder mit 280 Euro im Jahr bescheiden, berichtete die GfK. Slowaken und Letten haben weniger als 3000 Euro, und die EU-Beitrittskandidaten Rumänien und Bulgarien verfügen lediglich über eine Pro-Kopf-Kaufkraft von jeweils rund 1600 Euro.

Frühere Sowjet-Regionen ganz hinten

Die in der Studie betrachtete Kaufkraft ist das Nettoeinkommen einschließlich staatlicher Transferleistungen. Bei der "preisbereinigten Kaufkraft", für die die unterschiedlichen Preisniveaus der einzelnen Länder berücksichtigt werden, rückt Deutschland mit 16.207 Euro auf Platz neun vor, etwa gleichauf mit Norwegen, Italien und Irland. Spitzenreiter bei dieser Form der Berechnung ist erneut Liechtenstein, bereits auf Platz vier findet sich Österreich. Am Ende rangieren Weißrussland, Albanien und erneut Moldawien.

Beim Vergleich der Regionen liegt wiederum Liechtenstein vor Paris (26.200 Euro) und Genf (24.700 Euro). Die kaufkräftigste deutsche Region ist demnach der Hochtaunuskreis nahe der Finanzmetropole Frankfurt - hier liegt die Kaufkraft bei 22.800 Euro. Die ärmste Region Europas neben Moldawien ist der Studie zufolge die russische Kaukasus-Republik und Kriegsregion Tschetschenien, wo die Menschen durchschnittlich nur über 216 Euro im Jahr verfügen können.



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