Neue Regeln in der EU Reparaturen von Handys und Tablets werden einfacher

Hersteller sollen Ersatzteile wie Displays künftig sieben Jahre lang zur Verfügung stellen, darauf hat sich die EU geeinigt. Steffi Lemke sieht in den neuen Regeln einen »Schritt raus aus der Wegwerfgesellschaft«.
Kaputte Smartphones (Bild von 2014): Elektrogeräte sollen nicht mehr so schnell weggeschmissen werden

Kaputte Smartphones (Bild von 2014): Elektrogeräte sollen nicht mehr so schnell weggeschmissen werden

Foto: Stephane de Sakutin / AFP

Künftig können Geräte wie Handys und Tablets in der EU einfacher repariert werden. Die Hersteller müssen bestimmte Ersatzteile wie Displays und Akkus sieben Jahre lang zur Verfügung stellen, Informationen zur Reparatur und Softwareupdates für fünf Jahre. Das schreiben die neuen Ökodesign-Regeln vor, auf die sich am Freitag EU-Mitgliedstaaten und EU-Kommission einigten.

Für Kühlschränke, Spülmaschinen, Waschmaschinen, Fernseher und weitere Geräte gelten die Anforderungen schon seit März 2021.

Nach Angaben der Ministerien sollen die Regeln im kommenden Jahr von der EU-Kommission final beschlossen und nach einer Übergangszeit von 21 Monaten für alle in der EU verkauften Geräte gelten. Das EU-Parlament und die EU-Staaten haben theoretisch noch drei Monate Zeit, dem Vorhaben zu widersprechen, das gilt jedoch als sehr unwahrscheinlich. Wenn es keine Einwände gibt, kann das neue Gesetz angenommen werden.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sprach von einem guten Ausgleich zwischen den Interessen der Wirtschaft und des Klimaschutzes. »Mit den neuen Verordnungen vereinfachen wir die Reparatur und die Wiederaufbereitung von Smartphones und Tablets und verlängern so ihre Nutzungsdauer«, wird der Minister in einer Mitteilung zitiert. »Gleichzeitig haben wir mit den künftigen Produktanforderungen einen guten Ausgleich zwischen den Interessen der Wirtschaft und des Klimaschutzes gefunden.«

Die neuen Regeln schonten Ressourcen und legten die Grundlage für einen nachhaltigen Umgang mit Elektrogeräten, sagte Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) laut der Mitteilung. »Niemand soll mehr ein Handy wegwerfen müssen, weil ein defekter Akku nicht entnommen werden kann.« Es werde eine Grundlage für einen nachhaltigen Umgang mit Elektrogeräten in der Europäischen Union gelegt. »Damit gehen wir einen weiteren Schritt raus aus der Wegwerfgesellschaft.«

ani/dpa
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