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Europas Stahlindustrie

aus DER SPIEGEL 14/1981

steckt in einer schier ausweglosen Krise, die sich in den vergangenen Monaten weiter verschärfte: Der Absatz geht zurück, die überdimensionierten Stahlfabriken sind nicht ausgelastet. Vor allem in England, Frankreich, Italien und Belgien produzieren meist veraltete Hüttenwerke munter drauflos. Zur Rettung Zehntausender von Arbeitsplätzen übernehmen die Regierungen die Milliarden-Verluste der Stahlunternehmen. Um die Überproduktion zu drosseln, einigten sich die europäischen Stahlkonzerne 1976 auf Lieferquoten. Weil einige Firmen, darunter auch die westdeutschen Klöckner-Werke, mehr lieferten als abgemacht, platzte 1980 das Kartell. Als sich dann die Konzerne einen ruinösen Preiswettbewerb lieferten, rief die EG-Kommission nach Artikel 58 des Montanvertrages die »offensichtliche Krise« aus und verordnete allen 350 europäischen Unternehmen ein System von Produktionsquoten. Diese Zwangsregelung läuft am 30. Juni 1981 aus. Bis dahin muß sich die Branche zu einer freiwilligen Regelung durchringen. Die Deutschen drängen auf einen Abbau der Subventionswirtschaft in den Nachbarländern. -- Ernst Pieper, 52, ist Vorstandsvorsitzender des bundeseigenen Salzgitter-Konzerns.

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