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Infektionsschutzgesetz Eurowings Europe verstößt immer wieder gegen Maskenpflicht

Die Pflicht zum Tragen einer Schutzmaske gilt bei allen Starts ab Deutschland und Flügen nach Deutschland. Doch eine Lufthansa-Tochter nimmt es damit offenbar nicht immer allzu genau.
aus DER SPIEGEL 35/2022
In Deutschland registrierter Eurowings-Airbus auf der Insel Korfu, Griechenland

In Deutschland registrierter Eurowings-Airbus auf der Insel Korfu, Griechenland

Foto:

Rupert Oberhäuser / Alamy / mauritius images

Bei einem Ableger der Lufthansa-Tochter Eurowings kommt es auf Flügen von und nach Deutschland offenbar immer wieder zu Verstößen gegen das Infektionsschutz­gesetz. So trägt die Crew bei Flügen von Eurowings Europe nach SPIEGEL-Informationen häufiger keine Maske, auch Passagiere werden oft nicht ermahnt, eine Schutzmaske zu tragen.

Begründet wird das im Alltag damit, dass das Flugzeug beispielsweise in Österreich registriert sei und daher die Maskenpflicht nicht gelte. Das stimmt jedoch nicht: Das Gesetz gilt für alle Abflüge aus Deutschland und Flüge nach Deutschland, unabhängig vom Ort der Registrierung der Maschine. Die Regel schreibt vor, dass ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss. Von Herbst an soll sogar eine FFP2-Maske verpflichtend sein. Vor einigen Tagen hatte eine Reise mit Kanzler Olaf Scholz und Wirtschaftsminister Robert Habeck an Bord, auf dem viele Mitreisenden keine Maske trugen, für Ärger gesorgt.

Eurowings sagt zu den aktuellen SPIEGEL-Informationen, dass durch »Lockerungen der Maskenpflicht in vielen Nachbarländern Deutschlands« das Thema für die Crews »sehr unübersichtlich« geworden sei. So sei insbesondere Eurowings Europe außerhalb Deutschlands unterwegs, und viele Crews seien an Auslandsbasen stationiert. Man weise Passagiere bei Buchung sowie vor Abflug auf die Maskenpflicht hin. Wie der SPIEGEL bereits berichtet hat, kam es auch bei der Lufthansa-Tochter Swiss zu Verstößen gegen die Maskenpflicht.

Eurowings verweist darauf, dass sich der Umgang an Bord mit Maskenverweigerern geändert habe. Hier machten Crews nicht zwingend von ihrem Durchsetzungsrecht Gebrauch, wenn sich dadurch eine Gefährdung der Sicherheit ergeben könnte, »sondern setzen stattdessen aktiv auf Deeskalation«, so ein Sprecher. Ein internes Eurowings-Papier zeigt, wie die Kabinencrew den Spagat meistern soll – und was Passagieren droht.

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