Eurozone Arbeitslosigkeit weiter auf tiefstem Stand seit 2011

Die Erwerbslosigkeit in der Eurozone bleibt auf einem Fünf-Jahres-Tief. Die Unterschiede zwischen den Euroländern sind dennoch groß. Das Wachstum halbiert sich, die Preise steigen leicht.

Arbeitslose in Madrid (2014)
AFP

Arbeitslose in Madrid (2014)


Die Arbeitslosigkeit im Euroraum bleibt auf dem niedrigsten Stand seit 2011. Wie das Statistikamt Eurostat mitteilte, verharrte die Arbeitslosenquote bei 10,1 Prozent. In der Eurozone sind demnach 16,269 Millionen Menschen ohne Arbeit. Von Mai auf Juni verringerte sich die Zahl um 37.000. Verglichen mit dem Vorjahresmonat waren 1,363 Millionen Menschen weniger ohne Job.

Die Unterschiede zwischen den Euroländern bleiben sehr groß: Während die Arbeitslosenquote in Malta nur 4,0 Prozent und in Deutschland lediglich 4,2 Prozent beträgt, liegt sie in Griechenland bei 23,3 Prozent.

Wirtschaftswachstum halbiert sich

Die Wirtschaft in der Eurozone hat im Frühjahr deutlich an Schwung verloren. Vor allem wegen der schwachen Konjunktur in Frankreich stieg das Bruttoinlandsprodukt zwischen April und Juni laut Eurostat nur um 0,3 Prozent.

Das Wachstum der französischen Wirtschaft kam im Frühjahr überraschend zum Stillstand - nicht zuletzt wegen Streiks gegen die Arbeitsmarktpolitik der Regierung. In Spanien hingegen zog die Konjunktur um 0,7 Prozent an und konnte ihr Tempo halten.

Daten für Deutschland als größte Volkswirtschaft der Eurozone werden erst am 12. August veröffentlicht. Experten gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt nur um 0,3 Prozent gewachsen sein dürfte, nach plus 0,7 Prozent im ersten Quartal. Zudem könnte die Unsicherheit nach dem Brexit-Votum der Briten die Wirtschaft im Währungsraum mittel- und langfristig belasten.

Anstieg der Verbraucherpreise bleibt niedrig

Der Anstieg der Verbraucherpreise in den Euroländern bleibt auf niedrigem Niveau. Nach einer ersten Eurostat-Schätzung lag die jährliche Inflationsrate im Juli bei durchschnittlich 0,2 Prozent. Im Vormonat hatte sie 0,1 Prozent betragen.

Für den leichten Auftrieb der Inflation sorgten vor allem die Preise für Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak sowie für Dienstleistungen. Sie lagen laut Eurostat im Juli um 1,4 beziehungsweise 1,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Bremsend wirkten hingegen weiter die Energiepreise, die um 6,6 Prozent sanken.

Währungshütern macht das niedrige Preisniveau Sorgen. Mit 0,2 Prozent liegt die Inflation im gemeinsamen Währungsraum weiter deutlich unter dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) für die Preisstabilität. Die Notenbank strebt mittelfristig knapp zwei Prozent an.

In Deutschland lag die Teuerung im Juli laut dem Statistischen Bundesamt bei 0,4 Prozent und damit etwas über dem Durchschnitt der Eurozone.

asa/dpa/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
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achterhoeker 29.07.2016
1. Nutzen?
Mir und den vielen Arbeitslosen die noch dank Rentenregelung arbeiten müssen hilft das nicht. Nach 43 Jahren ununterbrochen im Beruf auf den Abfall geworfen darf ich nun bei Null nochmal anfangen. Da ist es mir Brust ob es paar Spanier mehr oder Franzosen weniger sind. Ich habe hier in Ostdeutschland keinen Job mehr. Und Parteien und Gewerkschaften bejubeln und pampern die Ansiedlung von Logistik-und NichtEU- Unternehmen bis diese dann Markbereinigung machen und das Land mit den menschlichen Resten dasteht. Die Frechheit nennt sich "Wir zahlen Spitzenlöhne." 8,51 Euro für Arbeitsbeginn ab Mitternacht mit 50 km Anfahrt.
agua 29.07.2016
2.
In den südlichen Ländern ist von Juli bis September die Urlaubssaison, die vielen Menschen einen kurzfristigen Job beschert.Zu kurz, um anschliessend einen Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung zu haben.Diese Leute fallen aus der Statistik heraus, was das Bild verfälscht.
Nebhrid 30.07.2016
3. Sämtliche Zahlen
die Rentenansprüche, Arbeitslosenansprüche, kurzfristige Beschäftigungen, AlG 2 betreffen sind niemals vollständig. Alle Bilanzen sind nicht seriös. Möglicherweise ist die Pressefreiheit auch nur noch eine Farce..
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