Eurozone EU-Kommission empfiehlt Euro-Einführung in Slowenien

Slowenien wird nach dem Willen der EU-Kommission das erste Land aus der Gruppe der zehn neuen EU-Staaten, das den Euro als Landeswährung einführt. Litauen erfüllt die Kriterien hingegen derzeit nicht.


Straßburg - Die EU-Kommission stellte am Dienstag in Straßburg fest, dass Slowenien alle Kriterien für die Einführung der Einheitswährung zum 1. Januar 2007 erfüllt. Der Staat wäre dann das 13. Mitglied der Eurozone.

Entwurf der slowenischen Ein-Euro-Münze: Einführung ab 2007
REUTERS

Entwurf der slowenischen Ein-Euro-Münze: Einführung ab 2007

"Slowenien hat einen hohen Grad nachhaltiger ökonomischer Konvergenz mit den anderen Mitgliedsstaaten erreicht und erfüllt die notwendigen Bedingungen, den Euro einzuführen", schreibt die Kommission in ihrem Bericht. Die endgültige Entscheidung obliegt den EU-Finanzministern, die laut EU-Behörde im Juli darüber befinden.

Litauens Antrag wurde indes abgelehnt, weil das Land eine zu hohe Inflation aufweist. Es ist damit zum Präzedenzfall für die strikte Anwendung der Maastricht-Kriterien bei der Erweiterung der Eurozone geworden. Die Preissteigerungsrate liege in dem baltischen Staat seit April 2005 leicht über dem im Kriterienkatalog festgeschriebenen Höchstwert und werde bis zum Jahresende sogar noch schrittweise steigen, erklärte die Kommission.

Ein ähnliches Urteil wird auch von der Europäischen Zentralbank (EZB) erwartet. Die europäischen Währungshüter wollen am Dienstagnachmittag eine Bewertung beider Kandidatenländer veröffentlichen. Die endgültige Entscheidung über die Aufnahme in die Eurozone treffen die EU-Finanzminister voraussichtlich am 11. Juli.

ank/AP/AFP/ddp



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