Verbraucherpreise Inflation in der Eurozone bleibt hinter EZB-Ziel zurück

Trotz ultralockerer Geldpolitik bleibt die Inflation in der Eurozone deutlich niedriger als von der Europäischen Zentralbank erwünscht: Die Verbraucherpreise waren auch im September um 1,5 Prozent höher als im Vorjahr.

Obststand in Barcelona (Archiv)
imago/Westend61

Obststand in Barcelona (Archiv)


Im Euroraum hat sich der Anstieg der Verbraucherpreise im September nicht weiter verstärkt. Die Inflation habe wie im Vormonat bei 1,5 Prozent verharrt, teilte das Statistikamt Eurostat mit. Analysten hatten eine Teuerung von 1,6 Prozent erwartet.

Die sogenannte Kerninflation, die Energie und Lebensmittel außen vor lässt, fiel ebenfalls schwach aus. Sie lag im September bei 1,1 Prozent, Experten waren hier von 1,2 Prozent ausgegangen.

Teurer als ein Jahr zuvor war im September vor allem Energie (plus 3,9 Prozent). Dienstleistungen wie Mieten legten um 1,5 Prozent zu, für Lebens- und Genussmittel musste im Schnitt 1,9 Prozent mehr gezahlt werden als vor einem Jahr. Am schwächsten war die Inflation mit 0,5 Prozent nach wie vor bei Industriegütern.

Sowohl die Gesamtinflation als auch die Kernteuerung liegen damit weiter deutlich unterhalb des anvisierten Ziels der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp zwei Prozent. Weil die EZB dieses Ziel über einen längeren Zeitraum nicht mehr erreicht hat, hat sie ihre Politik durch Nullzinsen und den groß angelegten Ankauf von Staatsanleihen extrem gelockert.

Den bisherigen Planungen zufolge sollen die auf 2,3 Billionen Euro angelegten Käufe bis Ende des Jahres laufen. EZB-Chef Mario Draghi hat für Oktober eine Weichenstellung zur Zukunft des Programms signalisiert. Die führenden deutschen Forschungsinstitute erwarten, dass die EZB die Käufe 2018 binnen neun Monaten auslaufen lassen wird.

asa/dpa/Reuters

insgesamt 3 Beiträge
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mw210161 29.09.2017
1. Lieber Mario Draghi!
Du erklaerst uns die ganze Zeit, dass eine Währung mit 2% jährlicher Inflation stabil sei. Wenn Deine Ehefrau (50kg) ihr Körpergewicht nach Deinen Regeln stabil hielte, wurde sie nach 35 Ehejahren zu einer 2-Zentner-Matrone mutiert sein. Du kannst sie dann zwar einfach 'entsorgen' und gegen eine ansehnlichere Frau umtauschen. Wir aber haben dann durch Deine Geld- und Taschenspieler-Tricks die Hälfte unserer Ersparnisse verloren, wuerden beim Tausch in echte Währungen 50% unseres Geldwertes verlieren. Warum nur kann ich Dich nicht leiden?!
freigeistiger 29.09.2017
2. "Inflationsziel" längst überschritten
Die Geldflutung und die Zinspolitik der EZB ist für Entlastung der überschuldeten südeuropäischen Staaten. Dafür werden Finanzblasen, Immobilienblasen und Verwerfungen der Finazmärkte für Bürger wie Pensionsfonds und Sparanlagen auf Kosten der Bürger billigend in Kauf genommen. Die "Wirtschaftsankurbelung" ist nur die Potemkinsche Fassade. Für die Bürger werden Lebensmittel, Wohnungsmieten und seit Jahren der ÖPNV überdurchschnittlich teurer. Das "Inflationsziel" ist längst überschritten.
Patrik74 29.09.2017
3. Was für eine Pose!
Die Verbraucherpreise werden erst steigen, wenn die verfügbaren Einkommen der breiten "Masse" steigen. Aktuell steigen nur die Einkommen der "Elite" (nicht zuletzt auch aufgrund der wundersamen Geldvermehrung) und deshalb explodieren konsequenterweise die Vermögenspreise - Angebot und Nachfrage. Natürlich weiß das auch Draghi, aber offensichtlich ist jedes noch so scheinheilige Argument recht, um die "wirklich guten Freunde" weiter mit kostenlosem "Ouzo" zu versorgen... Eine Farce!
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