Konjunktur Wirtschaft der Eurozone wächst - ein bisschen

Die Wirtschaft der Eurozone hat Ende 2016 mit einem Plus von 0,4 Prozent weniger zugelegt als erwartet. In Griechenland schrumpfte die Wirtschaft überraschend, während Spanien besonders gut dasteht.

EU-Flagge mit Euro-Zeichen vor Parlament in Athen
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EU-Flagge mit Euro-Zeichen vor Parlament in Athen


Die Konjunktur im gemeinsamen Währungsraum hat zum Jahresende einen Dämpfer bekommen. Im vierten Quartal 2016 hat das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zugelegt, teilte das Statistikamt Eurostat mit.

Im dritten Quartal war die Wirtschaft der Eurozone ebenfalls um 0,4 Prozent gewachsen. Seit Frühjahr 2013 ist die Wirtschaft des gemeinsamen Währungsraums auf Wachstumskurs. In diesem Zeitraum legte das BIP jeweils um 0,2 Prozent bis 0,5 Prozent im Quartalsvergleich zu. Im vierten Quartal 2016 wuchs die Wirtschaft im Vergleich zum entsprechenden Quartal 2015 um 1,7 Prozent.

Spanien zählte laut Eurostat mit einem Plus von 0,7 Prozent im Quartalsvergleich zu den Euroländern mit dem stärksten Wirtschaftswachstum. Vergleichsweise starke Zuwächse gab es auch in den baltischen Staaten Lettland und Litauen.

Die griechische Wirtschaft ist Ende 2016 dagegen überraschend geschrumpft. Der Statistikbehörde Elstat zufolge fiel das Bruttoinlandsprodukt von Oktober bis Dezember um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Auch Finnland meldete einen Rückgang der Wirtschaftsleistung.

Ein Überblick über die größten Euro-Volkswirtschaften:

Deutschland ist seit Jahren die Konjunkturlokomotive im Euroraum. In den vergangenen beiden Quartalen wuchs die Wirtschaft zwar nur vergleichsweise mäßig. Längerfristig betrachtet trägt die größte Volkswirtschaft des gemeinsamen Währungsgebiets mit einem Bruttoinlandsprodukt von mehr als 3 Billionen Euro indes erheblich zur Wirtschaftskraft der Eurozone bei.

Frankreich, zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone, schwächelt seit geraumer Zeit. In den vergangenen Jahren stagnierte das Wirtschaftswachstum weitgehend. Im zweiten Quartal 2016 schrumpfte das BIP sogar um 0,1 Prozent, auch wenn es sich zum Jahresende wieder leicht erholte. Grund für die Misere waren nach Expertenansicht unter anderem ein starrer Arbeitsmarkt und vergleichsweise hohe Produktionskosten.

Italien kämpft seit gut einem Jahrzehnt mit einer erheblichen Wirtschaftsflaute. Die drittgrößte Volkswirtschaft des gemeinsamen Währungsgebiets schrumpfte in der jüngeren Vergangenheit wiederholt. Eine Konsequenz daraus ist, dass bei den Banken des Landes faule Kredite in Milliardenhöhe lagern, die von etlichen Unternehmen nicht mehr bedient werden können. Experten fürchten eine neue Bankenkrise in dem Land.

Spanien erlebt mittlerweile wieder ein deutliches Wirtschaftswachstum. Das einstige Krisenland hatte 2012 und 2013 noch eine Rezession durchlitten. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Land jedoch überdurchschnittlichen Aufschwung im Vergleich zu den anderen Euroländern. Allerdings gehört die Erwerbslosenquote nach wie vor zu den höchsten in Europa.

Die Niederlande haben in den vergangenen vier Jahren einen rigiden Sparkurs gefahren. Wirtschaftsminister Henk Kamp sprach nun allerdings von einem "stabilen Wachstum" nach Jahren der Krise. Mit 2,1 Prozent wuchs die Wirtschaft im Gesamtjahr 2016 so stark wie seit neun Jahren nicht mehr.

nck/dpa

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