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Abzocke beim Strom Ein Milliarden-Skandal und das Schweigen danach

Ich kenne mich ein wenig in der Strombranche aus, aber von Scheibenpacht hatte ich noch nie gehört. Das sollte sich ändern. Wir deckten einen gewaltigen Betrug auf. Die Reaktion war ernüchternd.
aus DER SPIEGEL 1/2022
Bayer-Chempark in Leverkusen

Bayer-Chempark in Leverkusen

Foto: Rupert Oberhäuser / IMAGO

Es begann mit einem Telefonat, wie sie Journalisten zu Hunderten führen. Ein Mann aus einer großen Institution wollte seine Besorgnis ausdrücken »über diese Sache mit der Scheibenpacht« und darüber, dass normale Stromkunden von der Industrie um Milliarden »beschissen« würden.

Die Geschichte hinter der Geschichte

Sebastian Rether / DER SPIEGEL

In persönlichen Jahresrückblicken berichten SPIEGEL-Redakteurinnen und -Redakteure, welche Texte sie 2021 besonders beschäftigt haben. Hier finden Sie alle Texte aus der Reihe.

Nun kenne ich mich ein wenig in der Strombranche aus, aber von Scheibenpacht hatte ich noch nie gehört. Das sollte sich ändern. Nach vielen Gesprächen, der Lektüre etlicher Protokolle und Gerichtsurteile wurde klar, dass es sich um einen gewaltigen Betrug handelt.

Konzerne wie Evonik, Bayer, Currenta oder Daimler hatten mithilfe von Anwälten und Politik rund zehn Milliarden Euro auf Kosten normaler Stromzahler eingesackt. Sie konnten sogar eine Amnestie durch das Parlament schleusen.

Seit der SPIEGEL über das Treiben berichtete, ist die Zahl der Amnestieanträge sprunghaft angestiegen. Ansonsten: kein Wort der Verteidigung, kein Wort der Erklärung oder gar des Bedauerns. Man will den zweifelhaften Erfolg in letzter Minute nicht aufs Spiel setzen.

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