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20. Juli 2014, 20:07 Uhr

Ex-Arcandor-Chef

40 Millionäre sollen Middelhoffs Schulden zahlen

Für einige reiche Deutsche könnte die finanzielle Zwangslage Thomas Middelhoffs nach SPIEGEL-Informationen Folgen haben: Weil sie am gleichen Immobilienfonds beteiligt sind wie der ehemalige Arcandor-Chef, sollen sie für Schulden des Ehepaars Middelhoff geradestehen.

Hamburg - Der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Arcandor-Konzerns, Thomas Middelhoff, hat mehr Schulden als bislang bekannt: Middelhoff und seine Ehefrau bedienen seit geraumer Zeit Kredite bei der Sparkasse Köln/Bonn nicht mehr. Die Forderungen des Kreditinstituts belaufen sich derzeit auf gut drei Millionen Euro. Das sorgt nach SPIEGEL-Informationen für Unruhe bei rund 40 deutschen Millionären, denn sie sollen nun für Middelhoffs Schulden bei der Sparkasse Köln/Bonn einspringen.

Dabei geht es um Immobilienfonds, an denen auch das Ehepaar Middelhoff beteiligt ist. Aus steuerlichen Gründen hatten das Ehepaar Middelhoff und die anderen Anleger ihre Anteile mit Krediten finanziert, für die die Immobiliengesellschaften in Gänze haften. Vorige Woche erhielten die rund 40 Anleger Post von Josef Esch, dem Geschäftsführer der betroffenen Fonds. Esch warnte, dass die Sparkasse "die Zwangsverwaltung" der Immobilien "beantragen oder die Zwangsversteigerung herbeiführen" könne. Abzuwenden sei dies nur, wenn die Gesellschaft "die Rückstände der Eheleute Middelhoff" ausgleiche und zukünftig deren Raten übernehme.

Weil aber die "Eheleute Middelhoff zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen derzeit nicht in der Lage sein dürften, werde er sich um einen Vollstreckungstitel bemühen". Damit gehörten dann auch 40 der reichsten Deutschen zu den Gläubigern des Ex-Arcandor-Chefs und seiner Frau. Middelhoffs Anwalt ließ SPIEGEL-Fragen zu dem Vorgang bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

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