Ex-Notenbankchef Greenspan warnt vor China-Crash - Börsen im Minus

Noch immer wird der frühere Notenbankchef Alan Greenspan von vielen als Guru verehrt, noch immer bewegen seine Worte die Finanzmärkte. Jetzt warnt er vor einer Spekulationsblase in Asien. Die Aktienkurse weltweit geben nach - zumindest ein bisschen.


New York/Tokio - Nicht nur New York, sondern auch Tokio und Shanghai: Mehrere wichtige Aktienmärkte haben nach den Aussagen Greenspans ihre jüngste Rekordfahrt gestoppt und immerhin leichte Verluste verbucht.

Aktionär vor Kurstafel in China: Greenspan sieht "kräftigen Einbruch"
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Aktionär vor Kurstafel in China: Greenspan sieht "kräftigen Einbruch"

So verlor der 225 Werte umfassende Nikkei Chart zeigen-Index in Japan 0,11 Prozent auf 17.686 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gab 0,14 Prozent auf 1737 Zähler nach. In China rutschte der Shanghai Composite teilweise um 1,2 Prozent ab, erholte sich dann aber wieder.

Zuvor hatte der ehemalige Chef der US-Notenbank Fed vor einer dramatischen Kurskorrektur an der Börse in China gewarnt. Die jüngsten Kursanstiege seien nicht nachhaltig, sagte Alan Greenspan. Eines Tages werde es einen kräftigen Einbruch geben. Das Wirtschaftswachstum weltweit sei jedoch stark genug, um auch einen Verfall der Aktienpreise in China auszuhalten.

Börsianer auch in New York reagierten verunsichert - ohne aber in Massen zu verkaufen. Der Dow Chart zeigen-Jones-Index der Standardwerte schloss um 0,11 Prozent im Minus bei 13.525 Punkten. Im Verlauf hatte er sich zwischen 13.609 und 13.505 Stellen bewegt. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,12 Prozent auf 1522 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab um 0,42 Prozent auf 2577 Stellen nach.

Die Börse in Shanghai hatte am Mittwoch einen Rekordstand erreicht. Seit Jahresanfang liegt das Plus bei etwa 55 Prozent.

Greenspan sagte weiter, die Weltwirtschaft wachse derzeit so schnell wie noch nie zuvor. Dies sei auf die billigen Exporte aus China, Arbeitskräfte in Osteuropa und die niedrige Inflation zusammen mit den niedrigen Zinsen zurückzuführen. Dieses Wachstum werde jedoch nicht anhalten, warnte Greenspan, weil es sich um eine einmalige Anpassung handle.

itz/Reuters

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