Bluttest-Skandalfirma Ehemaliger Theranos-Manager muss fast 13 Jahre ins Gefängnis

Elizabeth Holmes' Bluttests sollten die Gesundheitsbranche revolutionieren, entpuppten sich jedoch als Betrug. Nun muss auch ihr einstiger Geschäftspartner Ramesh »Sunny« Balwani in Haft – länger als sie.
Ramesh »Sunny« Balwani im Dezember im Gericht

Ramesh »Sunny« Balwani im Dezember im Gericht

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JOHN G. MABANGLO / EPA

Ein US-Richter hat den ehemaligen Theranos-Manager Ramesh »Sunny« Balwani wegen Betrugs zu zwölf Jahren und elf Monaten Gefängnis verurteilt. Das sagte ein Sprecher der US-Staatsanwaltschaft.

Im Sommer hatte ein Geschworenengericht im kalifornischen San José den 57-jährigen Balwani bereits schuldig gesprochen. Die Geschworenen befanden Balwani damals in allen zwölf Anklagepunkten für schuldig. Demnach hatte Balwani sowohl Theranos-Investoren als auch Patienten mit äußerst unzuverlässigen Bluttests betrogen. Diese hätten die Gesundheit der Patienten gefährden können, hieß es.

Laut Staatsanwaltschaft hatte sich Balwani mit der 38-jährigen Unternehmenschefin Elizabeth Holmes verschworen, um die Investoren im Silicon Valley zu täuschen. Sie hätten vorgegaukelt, kleine Maschinen entwickelt zu haben, mit denen eine Vielzahl medizinischer Diagnosetests anhand einer kleinen Blutmenge präzise durchgeführt werden könnten.

In Wirklichkeit hatte sich das Unternehmen heimlich auf traditionelle Methoden zur Durchführung von Tests verlassen und lieferte den Patienten ungenaue Ergebnisse, so die Staatsanwaltschaft.

Holmes, die das Unternehmen als Studentin gründete und zu dessen Aushängeschild wurde, wurde 2018 zusammen mit Balwani, ihrem ehemaligen Lebensgefährten, angeklagt. Die beiden erhielten separate Verfahren, nachdem Holmes erklärt hatte, sie würde im Zeugenstand aussagen, dass Balwani in ihrer Beziehung missbräuchlich war. Er bestritt die Vorwürfe.

Die frühere US-Bluttest-Unternehmerin Holmes wurde wegen Betrugs zu einer Haftstrafe von elf Jahren und drei Monaten verurteilt.

Der Prozess gegen Holmes, die es einst als große Innovationshoffnung der Tech-Hochburg Silicon Valley auf die Titelseiten der US-Wirtschaftsblätter geschafft hatte, sorgte in den USA für viel Aufsehen. Aufstieg und Absturz der Ex-Starunternehmerin wurden in Podcasts erörtert und in der TV-Serie »The Dropout« verfilmt.

aeh/Reuters
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