Biden-Boom Deutsche Ausfuhren in die USA steigen um 60 Prozent

Nach dem drastischen Einbruch des Welthandels zu Beginn der Pandemie fällt auch die Erholung deutlich aus: Deutschlands Exporteure profitieren von der guten Entwicklung in den USA. Auch China kauft mehr Waren.
Produktion in China

Produktion in China

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Die Erholung in Übersee treibt die deutsche Exportwirtschaft weiter kräftig an. Die deutschen Ausfuhren in die beiden größten Volkswirtschaften der Welt, die USA und China, sind im April dank der Erholung von der Coronakrise kräftig gestiegen.

Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten wuchsen um 60,4 Prozent zum Vorjahresmonat auf 10,1 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. In die Volksrepublik wurden Waren im Wert von 8,4 Milliarden Euro exportiert, ein Plus von 16,3 Prozent. Auch das Geschäft mit Großbritannien zieht wieder an: Die Exporte dorthin legten um 58,6 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro zu. Ein Jahr zuvor hatte der Außenhandel noch unter der weltweiten Corona-Rezession gelitten.

Insgesamt wurden im April 35,6 Prozent mehr Waren in die Staaten außerhalb der Europäischen Union geliefert als ein Jahr zuvor. Das entspricht 50,8 Milliarden Euro. Gemessen am Vormonat März gab es kalender- und saisonbereinigt dagegen einen Rückgang um voraussichtlich 1,8 Prozent.

Auch Japan profitiert

Dies sind die Ergebnisse des erstmals veröffentlichten monatlichen Frühindikators für den Außenhandel. Damit will das Statistische Bundesamt ab sofort erste Ergebnisse für Exporte in Nicht-EU-Staaten bereits 20 bis 25 Tage nach Monatsende und damit mehr als zwei Wochen früher als bisher vorlegen.

Die gute Entwicklung in China und den USA stabilisiert auch andernorts die Wirtschaft: Japans Exporte sind im April vor allem wegen der höheren Nachfrage aus den beiden Staaten so stark gestiegen wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr.

Sie wuchsen um 38,0 Prozent zum Vorjahresmonat, wie aus den am Donnerstag veröffentlichten Daten der Regierung hervorgeht. Das war der kräftigste Zuwachs seit 2010. Experten hatten lediglich mit einem Plus von 30,9 Prozent gerechnet, nachdem es im März einen Anstieg von 16,1 Prozent gegeben hatte. Ein Jahr zuvor hatte die Exportnation Japan noch unter der weltweit zusammengebrochenen Nachfrage aufgrund der Coronapandemie gelitten.

beb/Reuters