Export-Import Das sind Deutschlands wichtigste Handelspartner

Franzosen lieben "made in Germany": Der wichtigste Handelspartner Deutschlands war 2007 erneut Frankreich. Insgesamt wurden Waren im Wert von 93,9 Milliarden Euro ins Nachbarland ausgeführt. Auch sonst zeigt sich der deutsche Export robust - allerdings bremst der starke Euro das US-Geschäft.


Wiesbaden - Dank Europa verdienen die deutschen Exporteure so gut wie noch nie - allein im vergangenen Jahr waren es 627 Milliarden Euro. Probleme bereitet allerdings der Handel mit dem Rest der Welt. Die schwache Konjunktur in den USA und der starke Euro bremsen die deutschen Exporte in die Vereinigten Staaten.

Schiffscontainer: Die meisten Importe kommen aus Frankreich.
REUTERS

Schiffscontainer: Die meisten Importe kommen aus Frankreich.

Wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte, gingen die Ausfuhren in die USA im vergangenen Jahr um 5,9 Prozent auf 73,4 Milliarden Euro zurück. Die USA sind das wichtigste Exportland Deutschlands außerhalb Europas.

Der Euro-Kurs erreichte zu Wochenbeginn mit 1,59 Dollar ein neues Rekordhoch. Deutsche Waren werden damit im Ausland noch teurer. Immerhin werden die negativen Folgen dieser Aufwertung durch günstigere Importe abgefedert. Laut Bundesbank bestehen die Exporte inzwischen zu 45 Prozent aus importierten Vorleistungen. 1995 seien es noch 31 Prozent gewesen. Zudem würden die meisten Rohstoffe in Dollar abgerechnet.

Dank des gemeinsamen Euro-Währungsraumes und Geschäften zur Kurssicherung sind die deutschen Unternehmen laut Bundesbank weniger anfällig für Schwankungen am Devisenmarkt. 80 Prozent der Ausfuhren würden inzwischen in Euro abgerechnet und nur 13 Prozent in Dollar. Zudem seien drei Viertel der in fremden Währungen abgerechneten Exporte gegen Kursverluste abgesichert, schrieb die Bundesbank unter Hinweis auf eine von ihr beim Ifo-Institut in Auftrag gegebene Umfrage. Kurzfristig würden die Exporterlöse daher vergleichsweise wenig gedämpft.

Insgesamt stiegen die deutschen Exporte 2007 um 8,5 Prozent auf 969 Milliarden Euro. Für 2008 rechnet der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) mit einem weiteren Plus von fünf Prozent. Damit würde erstmals die Marke von einer Billion Euro überschritten.

Wichtigstes Exportland Deutschlands blieb 2007 das Nachbarland Frankreich. Hier wurde ein Exportplus von 10,4 Prozent auf 93,9 Milliarden Euro verzeichnet. Auf den nächsten Plätzen folgten wie im Vorjahr die USA, Großbritannien, Italien und die Niederlande.

Deutsche Exporte

Bestimmungsland 2007 2006 Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent
Insgesamt 969,0 893,0 8,5
Frankreich 93,9 85,0 10,4
USA 73,4 78,0 -5,9
GB 71,0 64,7 9,7
Italien 65,1 59,3 9,8
Niederlande 62,4 56,5 10,3
Österreich 52,8 49,5 6,6
Belgien 51,4 46,7 10,0
Spanien 48,2 41,8 15,3
Schweiz 36,4 34,8 4,5
Polen 36,1 29,0 24,3
China 29,9 27,5 8,9
Russland 28,2 23,4 20,6
Tschechischen 26,0 22,5 15,7
Schweden 21,7 18,8 15,4
Ungarn 17,3 16,0 7,9

Quelle: Statistisches Bundesamt, 2008

Unter den 15 bedeutendsten Exportländern verzeichneten Polen mit 24,3 Prozent auf 36,1 Milliarden Euro und Russland mit 20,6 Prozent auf 28,2 Milliarden Euro besonders starke Zuwächse. Nach Einschätzung des BGA werden die Exporte nach Russland auch in diesem Jahr um rund 20 Prozent zulegen. Russland brauche viele Investitionen in die Infrastruktur und deutsche Firmen hätten genau diese Produkte im Angebot. Zudem habe das rohstoffreiche Land wegen der hohen Energiepreise ausreichend Geld.

Für China weisen die Statistiker ein Plus von 8,9 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro aus. Der BGA geht davon aus, dass Russland in diesem Jahr China in der Rangfolge der wichtigsten Exportländer überholen wird. Hintergrund sei, dass China stark von der US-Wirtschaft abhänge.

Unter den Einfuhrländern steht ebenfalls Frankreich an der Spitze, gefolgt von den Niederlanden, China und den USA.

Deutsche Importe

Ursprungsland 2007 2006 Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent
Insgesamt 772,5 734,0 5,2
Frankreich 64,9 62,1 4,5
Niederlande 64,3 60,7 5,9
China 54,6 50,0 9,4
USA 45,6 49,2 -7,3
Italien 44,3 41,5 6,9
GB 43,4 40,8 6,3
Belgien 38,8 33,4 16,3
Österreich 32,8 30,3 8,1
Schweiz 29,8 25,2 18,1
Russland 28,8 30,0 -4,2
Tschechien 26,2 21,9 19,9
Polen 24,1 21,2 13,6
Japan 24,1 24,0 0,3
Spanien 21,1 19,8 6,6
Ungarn 18,1 15,7 15,3

Quelle: Statistisches Bundesamt, 2008

sil/dpa/Reuters



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