Konjunktur Exporte steigen so stark wie seit 2010 nicht mehr

Deutschlands Firmen haben im August wieder deutlich mehr ins Ausland verkauft. Die Exportwirtschaft verzeichnet den stärksten Zuwachs seit sechs Jahren.

Autos für den Export (in Bremerhaven)
REUTERS

Autos für den Export (in Bremerhaven)


Kräftiger Schub für den deutschen Außenhandel: Laut dem Statistischen Bundesamt lagen die Ausfuhren deutscher Unternehmen im August 5,4 Prozent höher als im Vormonat. Das ist der stärkste Zuwachs seit Mai 2010. Die Einfuhren nach Deutschland stiegen um drei Prozent. Im Juli waren die Exporte noch um 2,6 Prozent gefallen, was viele Experten mit den Werksferien begründeten.

Auch im Jahresvergleich stiegen die Exporte deutlich an. Verglichen mit August 2015 lagen sie 9,8 Prozent höher. Das ist der stärkste Anstieg seit Juni 2015. Die Importe stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,3 Prozent.

Überdurchschnittlich stark legten die Geschäfte mit den EU-Ländern zu: Hier gab es einen Zuwachs von zehn Prozent, weil besonders die Nachfrage in den nicht zur Eurozone gehörenden Staaten kräftig zunahm. Die Lieferungen in den Rest der Welt zogen um 9,6 Prozent an. In den ersten acht Monaten des Jahres nahmen die gesamten Exporte um 0,8 Prozent auf 795,7 Milliarden Euro zu. Die Exporte übertrafen die Importe kalender- und saisonbereinigt um 22,2 Milliarden Euro.

Der Außenhandelsverband BGA halbierte erst kürzlich seine Wachstumsprognose für das Gesamtjahr auf maximal zwei Prozent, da große Schwellenländer wie Russland und Brasilien schwächeln.

asa/dpa/Reuters



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coldwarrior 10.10.2016
1. Gähn
mal wieder eine Jubelmeldung mit alten Zahlen. Wie die Exporte in den nächsten Jahren sind ist interessanter! Und die Lottozahlen von nächster Woche? Haben wir deswegen jetzt einen Vorteil?
Patrik74 10.10.2016
2. Wettbewerbsfähig genug?
Wahnsinn, und das Ganze ohne TTIP und CETA! Das zeigt wohl wie "notwendig" diese Abkommen sind... Außerdem scheinen wir wohl "wettbewerbsfähig" genug zu sein, oder müssen die Löhne noch weiter gedrückt werden? Die Inflation soll ja auch wieder anziehen...
jujo 10.10.2016
3. ...
Ich habe heute Morgen meinen Kaffeesatz analysiert und meine Glaskugel gestreichelt. beides sagte mir, das sich mittelfristig für die deutsche Wirtschaft nichts zum Negativen ändern wird, eher das Gegenteil. Die Stellvertreter Kriege werden abflauen oder aufhören. Dadurch bedingt werden sich die Auftragsbücher, nicht nur der deutschen, Firmen füllen, denn die betroffenen Länder und Regionen müssen ja wieder aufgebaut werden.
prisma-4d 10.10.2016
4. ...weil die Anderen überhaupt keine Chance haben...
Ist es tatsächlich so das wir heute diesen Umstand bejubeln sollen? Heist es doch immer, das die anderen Staaten und Kontinente deswegen so schlecht dran sind, weil wir bösen Deutschen so erfolgreich sind... und deswegen gehen sie pleite (Griechenland), kommen nicht richtig voran (Italien u. Spanien), verarmen im großen Stil so dass alle flüchten (Afrika), und leiden an unseren Waffenexporten (Naher Osten). Und bestimmt kommt kurze Zeit später die Info: "Wir brauchen TTIP und CETA und gemäßigte Lohnsteigerungen und, und, und" um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und zu steigern! Nein... keine wirkliche Jubelmeldung!
salkin 10.10.2016
5.
Zitat von Patrik74Wahnsinn, und das Ganze ohne TTIP und CETA! Das zeigt wohl wie "notwendig" diese Abkommen sind... Außerdem scheinen wir wohl "wettbewerbsfähig" genug zu sein, oder müssen die Löhne noch weiter gedrückt werden? Die Inflation soll ja auch wieder anziehen...
Ob das nun durch "Lohndrückerei" bedingt oder eher etwas mit dem aufgeweichten Euro zu tun hat lasse ich mal dahin gestellt. Die Konsequenz aus einer Reduzierung der Exporte wäre sicher ein deutlicher Stellenabbau in Deutschland bei gleichzeitigem Aufbau von Industriekapazitäten im Ausland, was ich persönlich favorisieren würde um auch die Zuwanderung zu stoppen. Hierzu müssten aber erst mal die sozialen Sicherungssysteme wetterfest gemacht werden. An dieses Thema traut sich aber niemand ernsthaft heran da hier die Interessengruppen zu stark sind. TTIP und CETA halte ich auch für Unsinn. Vereinfachungen im Handel, z.B. durch Angleichung von Normen, lassen sich auch ohne derartige Monsterverträge vereinbaren.
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