Extrem-Winter Schnee-Chaos drückt chinesische Börse ins Minus

Die schweren Schneestürme in China belasten jetzt auch die Wirtschaft: An der Shanghaier Börse sackten die Aktienkurse um 3,6 Prozent ab. Analysten fürchten, der extreme Winter könnte das Wachstum dämpfen.


Shanghai/Hongkong - Für Millionen Chinesen ist der Winter so schon hart genug - doch jetzt kommen noch wirtschaftliche Sorgen hinzu. Aus Angst vor negativen Folgen der schweren Schneestürme haben Anleger an der Börse in Shanghai im großen Stil Aktien verkauft. Der Shanghai Composite Index sackte heute Morgen rund 3,6 Prozent ab - und notierte damit auf dem tiefsten Stand seit sechs Monaten.

Börsen-Anzeigetafel in Shanghai: Das kalte Wetter könnte das Wirtschaftswachstum um 0,5 Prozentpunkte drücken
AFP

Börsen-Anzeigetafel in Shanghai: Das kalte Wetter könnte das Wirtschaftswachstum um 0,5 Prozentpunkte drücken

Analysten äußerten die Sorge, die wirtschaftlichen Auswirkungen der ungewöhnlich harten Schneestürme könnten größer sein als zuvor gedacht. So sei nicht ausgeschlossen, dass das chinesische Wirtschaftswachstum im ersten Quartal wegen des kalten Wetters 0,5 Prozentpunkte niedriger ausfallen werde als angenommen.

Weniger dramatisch war die Lage an den anderen asiatischen Aktienmärkten. Positive Vorgaben aus den USA sorgten vielerorts für steigende Kurse. Die Börsen in Südkorea, Singapur, Hongkong und Taiwan schlossen alle im Plus. Der deutsche Dax gewann in den ersten Handelsminuten ebenfalls und notierte rund 1,5 Prozent im Plus.

Getrübt war die Stimmung dagegen in Japan. Ein Kursrutsch beim Eletronikriesen Sony belastete die Tokioter Börse. Der Nikkei-Index schloss bei 13.497 Zählern, ein Minus von 0,7 Prozent. Der breiter gefasste Topix-Index verlor ebenfalls 0,7 Prozent auf 1336 Zähler.

Sony-Papiere brachen um mehr als acht Prozent ein, nachdem das Unternehmen seine Gewinnprognose überraschend deutlich gesenkt hatte. Als Gründe führte der Konzern den steigenden Yen-Kurs und die Rückgänge an den Aktienmärkten nach dem Platzen der Hypothekenblase in den USA an. Die Finanzkrise macht Sony zu schaffen, da die Investitionen seiner Lebensversicherungs-Sparte an den Märkten an Wert verlieren. Zudem fürchtet der Konzern, dass auch die Nachfrage nach seinen Produkten in den Vereinigten Staaten unter der schwächelnden Konjunktur leiden könnte.

Im Bankensektor gerieten die Papiere der Mizuho Financial Group unter Druck, nachdem das Institut angekündigt hatte, dass sich seine Verluste im Zuge der Suprime-Krise erhöht hätten. Die Papiere des Geldhauses verbilligten sich um fünf Prozent. Auch die Aktien der Mitsubishi UFJ Financial Group und die Titel der Sumitomo Mitsui Financial Group verbuchten Verluste.

Die New Yorker Aktienmärkte hatten gestern Abend zulegen können. Der Dow-Jones-Index schloss 1,7 Prozent im Plus bei 12.650 Punkten.

wal/Reuters



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