EZB "Abwarten und Tee trinken"


Die Europäische Zentralbank (EZB) ist der US-Notenbank bei der Zinssenkung nicht gefolgt. Der Rat der EZB ließ die Zinsen unverändert bei 4,75 Prozent. Die Euro-Währungshüter begründeten ihre Entscheidung mit Risiken für die Preisstabilität und dämpften Hoffnungen auf eine baldige Lockerung der Zinszügel.

EZB-Präsident Wim Duisenberg erklärte, mittelfristig gebe es weiterhin Risiken für die Preisstabilität. Allerdings habe sich die Belastung im Vergleich zum Vorjahr angesichts der gesunkenen Ölpreise und des stärkeren Euros verringert. Mit Blick auf Spekulationen zu einer baldigen Zinssenkung im Euroraum gab er das Motto aus: "Abwarten und Tee trinken".

Ungeachtet des Schwächeanfalls der US-Konjunktur rechnet Duisenberg mit einem robusten Wachstum im Euroraum. Zwar müsse mit einer Abkühlung der Exporte gerechnet werden. Insgesamt seien die Aussichten für den gemeinsamen Währungsraum aber günstig. Das Vertrauen der Verbraucher und Unternehmen sei weiter hoch. Zudem würden die privaten Haushalte vom Rückgang des Ölpreises und der Steuerreformen profitieren.



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